Hochwasser in Sächsischer Schweiz und Ostsachsen

Zuletzt aktualisiert:

Unwetter haben am Samstagnachmittag im Landkreis Sächsische Schweiz / Osterzgebirge Straßen und Keller unter Wasser gesetzt. Das Landratsamt veröffentliche am Samstag eine Hochwasserwarnung. Diese betraf die Städte und Gemeinden Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch. Dort wurden Straßen, Keller und Grundstücke überflutet.

Die Hochwasserwarnung für das Flußgebiet der Polenz und der Sebnitz wurden am Sonntagvormittag aufgehoben. Mittlerweile haben die Helfer am Sonntag weiter mit Aufräumarbeiten zu tun.
 

07:15 Uhr Update

Nachdem die Bahnstrecke Dresden-Prag wegen Bergungsarbeiten nach extremem Unwetter zwischenzeitlich voll gesperrt war, wird sie seit der Nacht zu Montag wieder eingleisig befahren. Nach Angaben der Deutschen Bahn kann es jedoch durch die anhaltende Beeinträchtigung des Zugverkehrs zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Dečin weiterhin zu Verspätungen von bis zu 60 Minuten und kurzfristigen Zug- und Haltausfällen kommen. Nach Auskunft der Deutschen Bahn vom Sonntag wurde ein Busnotverkehr zwischen Dresden und Usti nad Labem eingerichtet.

19. Juli 06:25 Uhr Update

Laut Landratsamt Pirna finden in der Region die letzten Einsätze und Aufräumarbeiten statt. Innenminister Roland Wöller hat sich mit dem Bad Schandauer Bürgermeister Thomas Kunack einen Überblick über die aktuelle Situation verschafft. Er stellte Hilfen des Freistaates in Aussicht. Das Kabinett will sich am Dienstag mit dem Hochwasser befassen.

Zunächst müssen aber die Schäden vor allem auch an der Infrastruktur erfasst werden. Zahlreiche Straßen in der Sächsischen Schweiz sind noch gesperrt. Es  gibt Einschränkungen im regionalen Busverkehr und im Bahnverkehr nach Tschechien. Zwischen Sebnitz und Bad Schandau wurde für die Nationalparkbahn Ersatzverkehr eingerichtet. Die Kirnitzschtalbahn ist bis auf Weiteres außer Betrieb.

18. Juli 11:50 Uhr Update

Nach heftigen Unwettern vor allem in Ostsachsen und der Sächsischen Schweiz haben die Helfer am Sonntag weiter mit Aufräumarbeiten zu tun. Es müssten noch Straßen von Schlamm und Geröll befreit und vereinzelt umgestürzte Bäume beseitigt werden, hieß es am Morgen aus den Leitstellen. Von Verletzten war nichts bekannt.

Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Dečin bleibe vorerst gesperrt, informierte die Deutsche Bahn. Betroffen war neben dem Nahverkehr die Fernverkehrsverbindung Dresden-Prag.

Laut der Online-Übersicht des Landeshochwasserzentrums lagen die Wasserstände an den Pegeln in der Sächsischen Schweiz am Sonntag aber wieder unter den Alarmschwellen. Für die Flüsse Polenz und Sebnitz wurde die Hochwasserwarnungen aufgehoben. 

17. Juli 23:50 Uhr Update

Es laufen zahlreiche Feuerwehreinsätze in Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau und Gohrisch. Unterstützt werden die Einsätze durch Katastrophenschutzzüge und die Katastrophenschutz-Bergrettungsgruppe des Landeskreises.
«Die Situation ist angespannt, aber beherrschbar», erklärte das Lagezentrum in Sachsens Innenministerium am Abend auf dpa-Anfrage.  Das Landratsamt mahnte dringend, Keller, Tiefgaragen und Unterführungen zu meiden. Zudem könnten überflutete Straßen und Wege große Gefahren darstellen.

Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums wurde am Abend am Pegel Neustadt 1 an der Polenz die Alarmstufe 4 überschritten. In den Unterläufen der Kirnitzsch, der Sebnitz und des Lachsbaches habe es einen «extremen



Zahlreiche Straßen in der Sächsischen Schweiz sind aufgrund von Überflutungen und Aufräumarbeiten gesperrt: 

  • Die B172 ist zwischen Königstein und Schmilka gesperrt
  • Die S169 ist in Krippen nicht befahrbar 
  • Die S154 ist zwischen Bad Schandau und Sebnitz gesperrt 
  • Die Straße zwischen Ottendorf und Kirnitzschtal ist gesperrt 
  • Die Kirnitzschtalstraße ist gesperrt

Der Fernverkehr der Bahn zwischen Dresden und Bad Schandau ist eingestellt. 
Die Verbindung der S1 zwischen Bad Schandau und Schöna ist ebenso eingestellt, wie die U28 Sebnitz - Decin 

Die Störung der Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und Dečin werde voraussichtlich bis Sonntagnachmittag dauern, informierte die Deutsche Bahn. «Züge des Fernverkehrs enden und beginnen in Dresden Hauptbahnhof.» Im Fernverkehr betrifft es die Verbindung Hamburg-Berlin-Dresden-Prag. Auch im Nahverkehr kam es zu Ausfällen, Ersatzverkehr durch Busse habe wegen schwieriger Straßenverhältnisse nicht eingerichtet werden können, hieß es.

Aktuelle #Hochwasserwarnungen: ⚠️akute #Überschwemmungsgefahr durch extremen #Starkregen im Gebiet um #BadSchandau / Flussgebiet Nebenflüsse Obere Elbe #LHWZ#Sachsenhttps://t.co/4vK6ZMtnva

— Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (@LfULG) July 17, 2021

Im Kirnitzschtal bei Bad Schandau ist es zu mehreren Hangrutschen gekommen. Häuser mussten dort evakuiert werden. Der Bahnverkehr nach Tschechien wurde eingestellt. Das betrifft auch die Fernzüge zwischen Dresden und Prag. 

Here we go again… pic.twitter.com/foNWHRJKGu

— HerrWue (@HerrWue) July 17, 2021

Nach Auskunft des Landeshochwasserzentrums hatte es im Einzugsgebiet der Kirnitzsch und der Sebnitz innerhalb von 24 Stunden teils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter geregnet. In Lichtenhain-Mittelndorf seien es 110 Liter, in Weifa 104 Liter gewesen. Daraufhin waren die Wasserstände zahlreicher Flüsse rapide angeschwollen. So wurde an der Polenz die Alarmstufe 4 überschritten, in den Unterläufen der Kirnitzsch, der Sebnitz und des Lachsbaches habe es einen «extremen Wasserstandsanstieg» gegeben. «Es sind starke Überschwemmungen zu erwarten», hatten die Experten am Abend gewarnt.

Die regionale Leitstelle in Dresden sprach von mehr als 250 Einsätzen seit dem Nachmittag. In der Sächsischen Schweiz seien Straßen und Keller überflutet worden sowie Hänge abgerutscht. Neben kleineren Flüssen, die extrem angeschwollen seien, habe sich das viele Wasser an Hängen hinab den Weg gebahnt, hieß es. Von Verletzten oder größeren Evakuierungen war vorerst nichts bekannt.  In den nächsten Stunden soll sich die Wetterlage etwas beruhigen. 

Was leider zu befürchten war. 2-3 Stunden Regen sind wohl noch möglich, auch auf der tschechischen Seite. Dann sollte es aber hoffentlich durch sein. #Hochwasser /LDhttps://t.co/MCMotlSqA6https://t.co/uUdldjuoPA

— Kachelmannwetter (@Kachelmannwettr) July 17, 2021