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  • Der Schaufelraddampfer "Pillnitz" in der Laubegaster Werft.
  • Hier werden die Schiffe wieder auf Vordermann gebracht.

Zwangspause für Dresdner Raddampfer

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Jedes Jahr, wenn die Tage kürzer werden, fangen die langen Tage in der Dresdner Schiffswerft Laubegast erst an. Dann kommen die Schiffe, die den Sommer über auf der Elbe unterwegs waren, in die Werkstatt.

Dabei werden die historischen Raddampfer wieder auf Vordermann gebracht. In den kommenden zwei Jahren werden zudem die berühmten Salonschiffe in Laubegast überwintern. Denn die bereits 30 Jahre alten Dampfer werden umfassend modernisiert. Den Anfang macht das Salonschiff „Gräfin Cosel“, „August der Starke“ folgt im Jahr 2025. Sowohl die Innenkabine als auch das Sonnendeck werden komplett überholt und erneuert, wobei sowohl die Technik als auch die Möblierung auf den neuesten Stand gebracht werden.

Die Arbeiten beginnen Anfang Januar und werden Ende April abgeschlossen. Die Investition für jedes der beiden Schiffe beträgt über eine Million Euro.

Schiffe gehen in die Werft. Was passiert dort?

Dresden hat die größte und älteste Raddampferflotte der Welt. Von Oktober bis Ende April 2024 ist wieder Werftsaison. Diese Saison kommen fünf Schiffe nach Laubegast, darunter auch zwei Dampfer. Einer davon ist das Salonschiff „Gräfin Cosel", für die viel Veränderung ansteht. Was passiert eigentlich auf der Werft?

Eine Werft ist eine Reparaturwerkstatt für Schiffe, ähnlich wie bei einer Autowerkstatt werden hier die Schiffe auf Herz und Nieren geprüft. Im Sommer arbeiten in Laubegast nur zwei Mitarbeiter, in den Wintermonaten kommt die Besatzung der Schiffe dazu. Um auf, in und unter den Schiffen arbeiten zu können, müssen diese zunächst aus dem Wasser gehoben werden.

Dazu werden sogenannte Slipwagen eingesetzt. Diese werden komplett ins Wasser gelassen. Dann fährt das Schiff darüber, so das es über dem Slipwagen zum Stehen kommt. Dann werden die Slipwagen vorsichtig in Zentimeterarbeit herausgezogen. Das kann bis zu einer Stunde dauern. Wenn das Schiff draußen ist und an seinem Platz steht, wird es aufgebockt. Je schwerer die Schiffe sind, desto schwieriger ist das.

Wenn das Schiff in Position ist, geht die Arbeit los. Die Schiffe werden mit einem Hochdruckreiniger gesäubert, dann werden die nötigen Reparaturen am Schiff gemacht. Das Messen der Außenhaut eines Schiffes gehört zu den regelmäßigen Aufgaben.

Der Rumpf besteht z. B. aus Schiffsblech und muss 6 mm dick sein. Wenn die Dicke weniger als 4 mm beträgt, muss das Blech ausgetauscht werden. Dies geschieht alle zwei Jahre.

Dampfschiffe sind Herausforderungen

Wenn die Schiffe wieder einsatzbereit sind, werden sie zu Wasser gelassen und an den Anlegern befestigt. Dann können zwar noch Arbeiten im Inneren des Schiffes oder an der Maschine durchgeführt werden, aber keine, die unter dem Schiff notwendig sind. Auch die Anleger müssen immer wieder erneuert oder repariert werden.

Eine besondere Herausforderung stellen die Dampfschiffe dar. Das Problem an den Dampfmaschinen ist, dass es viele Teile gar nicht mehr gibt, sie müssen von Spezialfirmen angefertigt oder selbst aufgearbeitet werden, damit sie betriebsfähig und sicher sind. Das Wetter spielt bei der Arbeit auf der Werft eine große Rolle. Viele Arbeiten finden daher unter einer Plane statt. Bei eisigen Temperaturen, starkem Regen oder Sturm können die Arbeiten nur im Inneren der Werft durchgeführt werden.