HfBK-Studenten protestieren gegen Mitarbeiterin wegen AfD-Kandidatur
Studenten der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) protestieren seit Mittwochvormittag gegen eine Mitarbeiterin der hauseigenen Bibliothek an der Güntzstraße. Den Studenten passt nicht, dass die Mitarbeiterin für die AfD für den Kreistag im Landkreis Meißen kandidiert hat. In einer Pressemitteilung heißt es: "Der StuRa hatte sich Ende letzter Woche an das Rektorat gewandt, um sein Entsetzen darüber auszudrücken." Daraufin hätten der Rektor Matthias Flügge, der Kanzler Jochen Beißert und die Bibliothekskommissarin in einem internen Schreiben betont, dass sie hinter der Mitarbeiterin und ihren Fähigkeiten stehen.
Studenten: Besetzung! HfBK: "Fake News"!
Die Initiatoren haben Banner an einer Fassade und in der Bibliothek entrollt und bevölkern die Bibliothek. Sie fordern, dass die Mitarbeiterin entweder an der HfBK aufhört oder ihr Engagement für die AfD beendet. Sie sprechen dabei selbst von einer Besetzung. Eine Hochschulsprecherin bezeichnete eine Besetzung als "Fake News", man sei mit den Studenten im Dialog. "Wir debattieren", teilte die Sprecherin mit. Zudem sei am 19. Juni eine Vollversammlung geplant. Die Hochschulleitung Suche das Gespräch mit Mitarbeitern und Studenten. Man sei an einer Debattenkultur interessiert.
Den Studenten geht das offenbar nicht weit genug, sie schreiben in dem Pressetext: "Nach weiteren Gesprächen mit dem Rektorat heute morgen gibt es dort keine Einsicht. Statt sich klar gegen menschenverachtende Einstellungen zu positionieren, wurden die Besetzer_innen aufgefordert, das Transparent von der Fassade zu entfernen, da es den "Tatbestand des Mobbings" erfülle." Zuerst hatte das Portal "addnme" bei Twitter über die Aktion berichtet.
Update 16:50 Uhr: Per Twitter kündigen die Studenten an, nun in der Bibliothek zu bleiben: "Die Besetzer_innen haben sich entschieden, über Nacht zu bleiben."
Update 20:15 Uhr: Nach weitere Gesprächen ist die Besetzung beendet worden.