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Hebebühnen-Kunstwerk kommt auf den Dresdner Neumarkt

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 Auf dem Neumarkt wird ein neues dauer­haftes Kunst­werk instal­liert. Am Diens­tag­mittag wurden die Details präsen­tiert. Bereits in zwei Wochen soll direkt am Verkehrs­mu­seum das "Denkmal für den perma­nenten Neuan­fang" stehen. Am 25. April, 16 Uhr, wird das Kunst­werk feier­lich einge­weiht.Die Skulptur wird für zwei Jahre auf dem Neumarkt eine Dreiecks­kon­stel­la­tion mit den vorhan­denen Denkmä­lern Martin Luthers und Fried­rich August des II bilden, teilte die Stadt mit. Sie besteht aus einer umgebauten und in Hautfarbe lackierten Hebebühne, auf deren Platt­form Teilab­güsse von bekannten Dresdner Denkmä­lern zu einer dreidi­men­sio­nalen Collage zusam­men­ge­fügt sind. Auf der Arbeits­fläche der Hebebühne steht eine große Bronze­hohl­kugel auf einer kleinen Säule. Sie nimmt Bezug auf Elfen­bein­drech­sel­ar­beiten aus der Zeit des Absolu­tismus, die in den Dresdner Kunst­samm­lungen ausge­stellt sind. Darüber ist ein bronzener Abguss des rechten Arms der Trümmer­frau beweg­lich in einem Gestänge montiert. Dieser gibt in zufäl­ligen Zeitin­ter­vallen einen hörbaren Schlag auf die Kugel ab. Als drittes Element ist der wehende Schleier einer der Figuren des Mozart­denk­mals mit dem ihn tragenden, tänze­risch bewegten Arm zu sehen. Die Original-Hebebühne wird im ausge­fah­renen Zustand stabi­li­siert. Um die Stand­fläche zu vergrö­ßern werden zusätz­liche Stützen angebracht. Die Gesamt­höhe der Skulptur beträgt 7,46 Meter. Ihre Stand­fläche ist 3,87 Meter mal 2,48 Meter.Der Vorschlag für die Skulptur entstand bereits vor mehreren Jahren. "An ihrem zentralen Standort nimmt die Skulptur eine relati­vie­rende Funktion ein, die sich mit der Archi­tektur des Platzes und seiner Bedeu­tung befasst und Fragen nach einem zeitge­mäßen Gedenk- und Denkmal­ver­ständnis stellt. Mit ihren sensi­blen, konkret an den örtli­chen Zusam­men­hängen ausge­rich­teten Projekten thema­ti­sieren Heike Mutter und Ulrich Genth den öffent­li­chen Raum als ein vielfältig bestimmtes Spannungs­feld. Wichtig ist ihnen dabei ein offener, bisweilen humor­voller und keines­falls beleh­render Umgang mit den jewei­ligen Situa­tionen des konkreten Ortes", sagte Kultur­bür­ger­meis­terin Annekatrin Klepsch. Die Hamburger Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth teilten mit: "Als wir 2012 begannen, das Denkmal für den perma­nenten Neuan­fang zu entwi­ckeln, besaß vor allem der Neumarkt noch einen sehr starken musealen und zugleich touris­ti­schen Charakter, auf dem zeitge­nös­si­scher Kunst keine Präsenz einge­räumt wurde. Wir entwarfen die Skulptur als Anregung, die Diver­sität und Komple­xität der histo­ri­schen Bezüge der Stadt anzunehmen und sie in einen Diskurs mit Fragen der heutigen Zeit zu stellen. Inzwi­schen ist dieser Platz zu einem Austra­gungsort politi­scher Konflikte und gleich­zeitig zu einem Ort für Kunst geworden. Dennoch scheint es uns immer noch hochak­tuell, gerade hier ein relati­vie­rendes Zeichen gegen den fortwäh­renden Streit um Deutungs­ho­heiten zu setzen„. Das neue Denkmal soll zwei Jahre lang auf dem Neumarkt stehen. Die Kosten in Höhe von 60.000 Euro werden aus dem Budget für Kunst im öffent­lichn Raum von der Stadt Dresden getragen. Die senkrecht stehenden Aleppo-Busse auf dem Neumarkt hatten wochen­lang für hitzige Diskus­sionen gesorgt. Einen direkten Bezug dazu gebe es nicht, teilte Klepsch mit.