Hebebühnen-Kunstwerk auf dem Dresdner Neumarkt
Auf dem Dresdner Neumarkt haben am Mittwochvormittag die Aufbauarbeiten für das neue "Denkmal für den permanenten Neuanfang" begonnen. Ein mobile Hebebühne ist vor dem Verkehrsmuseum angeliefert worden. Der Bereich wurde anschließend mit Zäunen abgesperrt. In über sieben Metern höhe installieren die zwei Hamburger Künstler Mutter und Genth nachgebaute Teile von anderen Dresdner Denkmälern - zum Beispiel von der Trümmerfrau. Sie wollen damit Diskussionen über die Erinnerungskultur in Dresden und den Umgang mit Denkmälern anstoßen. Das Hebebühnen-Kunstwerk bleibt zwei Jahre auf dem Neumarkt. Die Kosten in Höhe von 60.000 Euro werden aus dem Budget für Kunst im öffentlichn Raum von der Stadt Dresden getragen. Hintergründe zum neuen Kunstwerk auf dem NeumarktDie Skulptur wird für zwei Jahre auf dem Neumarkt eine Dreieckskonstellation mit den vorhandenen Denkmälern Martin Luthers und Friedrich August des II bilden, teilte die Stadt mit. Sie besteht aus einer umgebauten und in Hautfarbe lackierten Hebebühne, auf deren Plattform Teilabgüsse von bekannten Dresdner Denkmälern zu einer dreidimensionalen Collage zusammengefügt sind.Auf der Arbeitsfläche der Hebebühne steht eine große Bronzehohlkugel auf einer kleinen Säule. Sie nimmt Bezug auf Elfenbeindrechselarbeiten aus der Zeit des Absolutismus, die in den Dresdner Kunstsammlungen ausgestellt sind.Darüber ist ein bronzener Abguss des rechten Arms der Trümmerfrau beweglich in einem Gestänge montiert. Dieser gibt in zufälligen Zeitintervallen einen hörbaren Schlag auf die Kugel ab. Als drittes Element ist der wehende Schleier einer der Figuren des Mozartdenkmals mit dem ihn tragenden, tänzerisch bewegten Arm zu sehen.Die Original-Hebebühne wird im ausgefahrenen Zustand stabilisiert. Um die Standfläche zu vergrößern werden zusätzliche Stützen angebracht. Die Gesamthöhe der Skulptur beträgt 7,46 Meter. Ihre Standfläche ist 3,87 Meter mal 2,48 Meter.Der Vorschlag für die Skulptur entstand bereits vor mehreren Jahren. "An ihrem zentralen Standort nimmt die Skulptur eine relativierende Funktion ein, die sich mit der Architektur des Platzes und seiner Bedeutung befasst und Fragen nach einem zeitgemäßen Gedenk- und Denkmalverständnis stellt. Mit ihren sensiblen, konkret an den örtlichen Zusammenhängen ausgerichteten Projekten thematisieren Heike Mutter und Ulrich Genth den öffentlichen Raum als ein vielfältig bestimmtes Spannungsfeld. Wichtig ist ihnen dabei ein offener, bisweilen humorvoller und keinesfalls belehrender Umgang mit den jeweiligen Situationen des konkreten Ortes", sagte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch.Die Hamburger Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth teilten mit: "Als wir 2012 begannen, das Denkmal für den permanenten Neuanfang zu entwickeln, besaß vor allem der Neumarkt noch einen sehr starken musealen und zugleich touristischen Charakter, auf dem zeitgenössischer Kunst keine Präsenz eingeräumt wurde. Wir entwarfen die Skulptur als Anregung, die Diversität und Komplexität der historischen Bezüge der Stadt anzunehmen und sie in einen Diskurs mit Fragen der heutigen Zeit zu stellen. Inzwischen ist dieser Platz zu einem Austragungsort politischer Konflikte und gleichzeitig zu einem Ort für Kunst geworden. Dennoch scheint es uns immer noch hochaktuell, gerade hier ein relativierendes Zeichen gegen den fortwährenden Streit um Deutungshoheiten zu setzen„.Das neue Denkmal soll zwei Jahre lang auf dem Neumarkt stehen.Die senkrecht stehenden Aleppo-Busse auf dem Neumarkt hatten wochenlang für hitzige Diskussionen gesorgt. Einen direkten Bezug dazu gebe es nicht, teilte Klepsch mit.