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Leute besetzen aus Protest gegen Wohnungsnot ein Haus in Dresden

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Aus Protest gegen die Wohnungsnot in Dresden hat eine Gruppe von Leuten am Samstag ein leerstehendes Haus im Stadtteil Strehlen besetzt. „In Dresden zeigen sich mehr und mehr die Folgen der verfehlten Wohnungspolitik der letzten Jahre. Die Mieten steigen. Wer sich die Mieten nicht mehr leisten kann, wird oft an den strukturschwachen Stadtrand verdrängt“, erklärten die Hausbesetzer ihre Aktion. Ziel sei es, das Haus als Wohnraum und für gemeinschaftliche Zwecke zu nutzen.  

Nach Angaben der Polizei hatten sich vor dem Grundstück etwa 80 Personen zu einer spontanen Demonstration versammelt. Den Hausbesetzern zufolge kamen sie direkt von der Kundgebung des Bündnisses „Unteilbar“, das am Samstag in Dresden rund 40 000 Menschen auf die Straße gebracht hatte, um für eine offene und solidarische Gesellschaft zu werben.  

Die Polizei rückte an und vermittelte ein Gespräch zwischen dem Hausbesitzer und den zwölf Besetzern. „Im Gespräch teilte der Eigentümer mit, das Haus für eine Einrichtung betreuten Wohnens ausbauen zu wollen. Bis dahin wäre eine Zwischennutzung möglich“, teilten die Aktivisten im Anschluss mit. Mit der Besetzung habe man ein politisches Zeichen setzen wollen. Es dürfe keinen Leerstand aufgrund von Spekulationen geben.  

Zugleich warfen die Besetzer der Polizei vor, bei ihrem Einsatz die denkmalgeschützte Bausubstanz massiv beschädigt zu haben. Selber sei man sehr sorgsam mit dem Gebäude umgegangen: „Die Zusicherung, dass bald wieder Leute am Basteiplatz 3 wohnen können, stimmt uns fröhlich“, hieß es weiter.

Die Polizei sprach den Hausbesetzern Platzverweise aus und leitete Ermittlungen wegen des Verdachts des Hausfriedensbruches ein. (dpa)