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Handyticket, Busbahnhof und Demokratie im Stadtrat

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Ein Zentraler Omnibus­bahnhof - kurz ZOB - verbunden mit einem riesigen Fahrrad­park­haus (1000 Stell­flä­chen) soll am Wiener Platz entstehen - der Stadtrat will das Projekt am Donnerstag auf den Weg bringen. 12 Millionen Euro sollen eingeplant werden und im besten Fall 2019 alles fertig sein. Die CDU will den Antrag von Grünen und SPD im Stadtrat unterstützen - FDP und überraschend auch die Linke lehnen den Vorschlag ab.Handy­ti­cketAuf der Tages­ord­nung steht auch ein Handy­ti­cket fürs Parken. Künftig sollen Tickets per SMS oder per App gekauft oder sogar verlän­gert werden können. Das lästige Kramen nach Klein­geld entfällt, künftig soll minuten­genau bezahlt werden können.Förde­rung von sozialem WohnungsbauEin wichtiges Thema im Stadtrat ist auch die Förde­rung zum Bau von Sozial­woh­nungen. 60 Millionen Euro stellt der Freistaat bereit, 20 Millionen Euro in diesem, im nächsten und übernächsten Jahr. Damit können etwa 400 Sozial­woh­nungen entstehen. Lange wurde darum gestritten, mit welchen Standards Sozial­woh­nungen ausge­stattet werden müssen - ob beispiels­weise ein Balkon von Bauherren gefor­dert werden kann oder ein zweites Bad bei größeren Wohnungen. Der monate­lange Streit ist nun nahezu hinfällig - da das sächsi­sche Innen­mi­nis­te­rium solchen kommu­nalen Vorgaben einen Riegel vorschiebt. Nur bei einem Sonder­fall darf die Kommune zusätz­liche Standards von den Bauheren einfor­dern: Nur wenn der Förder­topf fast ausge­schöpft ist und es mehrere Inter­es­senten für das übrige Geld geben sollte, kann die Stadt­ver­wal­tung dann strenge Vorgaben als der Freistaat machen.CDU lehnt Demokra­tie­pro­gramm abHitzige Debatten werden wohl auch zum lokalen Handlungs­pro­gramm "für ein vielfäl­tiges und weltof­fenes Dresden" erwartet. Dieses war bereits 2009 frakti­ons­über­grei­fend von der damaligen Oberbür­ger­meis­terin Helma Orosz auf den Weg gebracht worden - es sollte alle demokra­ti­schen Kräfte in der Stadt bündeln. Dieses Programm soll nun für die Jahre 2017 bis 2022 fortge­schrieben werden - Vereine, die sich für Demokratie engagieren, können geför­dert werden, 540.000 Euro pro Jahr stehen bereit. Die CDU will nun aller­dings nicht zustimmen, es seien grund­le­gende Änderungen notwendig, teilte Frakti­ons­chef Jan Dohnhauser mit. Sieben Ortsbei­räte hatten zugestimmt, fünf andere Ortsbei­räte stimmten nicht zu. Das Programm sei unaus­ge­wogen, so die Kritik der CDU. Helma Orosz wollte Extre­mismus allge­mein bekämpfen, egal ob von rechts oder links. Dies müsse abgewogen in das Programm geschrieben werden. Die Dresdner SPD zeigte sich entäuscht, dass die CDU nicht mitzieht. Dennoch wird das Programm wohl mit den Stimmen von Grünen und Linken beschlossen. Förde­rung für marode Sport­stättenAuf den Weg gebracht wird nun auch das "Sanie­rungs- und Entwick­lungs­kon­zept der Dresdner Sport­stätten". Wie CDU-Stadt­rätin Anke Wagner mitteilte, gebe es aktuell einen Bedarf von 70 Millionen Euro für die Sanie­rung von Sport­plätzen und Hallen. Und das betrifft nun ersteinmal nur die 30 Prozent der Sport­ein­rich­tungen, die in einem beson­ders schlechten Zustand sind. Auch für das Steyer­sta­dion müssten weitere Gelder einge­plant werden oder für die undichte Margon-Arena, so Wagner.Fernseh­turm-Antrag verschobenDie FDP wollte außerdem einen Antrag zur Zukunft des Fernseh­turms einbringen - der Antrag wurde aller­dings in die Ausschüsse verwiesen. Die Fraktion schlägt u.a. vor, mit der Telekom zu verhan­deln, ob und unter welchen Bedin­gungen sie sich an einer Sanie­rung oder Vermie­tung betei­ligen würde.