Hammer-Urteil: Dynamo vom Pokal ausgeschlossen
Harte Strafe für Dynamo - Wegen der Randale in Dortmund ist Dynamo vom DFB-Pokal in der kommenden Saison ausgeschlossen worden. Das entschied am Abend das Sportgericht des Deutschen Fußballbundes.Der DFB-Kontrollausschuss hatte die drastische Strafe beantragt. In seinem Plädoyer nannte Chefankläger Anton Nachreiner zwar zwei Heimspiele ohne Zuschauer als mögliche Alternative, doch das Gericht folgte dem ursprünglichen Antrag.Dynamo drohen damit hohe finanzielle Einbußen. Allein in dieser Saison hatte die SGD im Pokal rund 1,5 Millionen Euro eingenommen. Deshalb prüft der Verein jetzt auch einen Einspruch gegen das Urteil. Innerhalb einer Woche muss über einen Antrag beim DFB-Bundesgericht entschieden werden. Die Verhandlung in Frankfurt unter Vorsitz von Hans E. Lorenz dauerte mehr als fünf Stunden. Zur Dynamo-Delegation gehörten neben Anwalt Christoph Schickardt, Geschäftsführer Volker Oppitz auch Torsten Rudolph vom Fanprojekt. Als Zeugen wurde unter anderem Dortmunds Polizeichef Peter Andres und Harald Meyer, Mitglied der DFB-Sicherheitskommissio befragt. Mit drastischen Worten hat der Polizei-Einsatzleiter vor dem DFB-Sportgericht die teilweise Ohnmacht der Sicherheitskräfte beschrieben. "Es wäre ein Blutbad entstanden - das sage ich hier so deutlich - wenn wir härtere Maßnahmen getroffen hätten", sagte der Dortmunder Polizeidirektor Peter Andres.Bei der Zweitrundenpartie in Dortmund hatten Randalierer Böller und Raketen gezündet. Zweimal musste die Begegnung unterbrochen werden. DFB-Chefankläger Anton Nachreiner listete dezidiert das mehrfache Zünden von Pyrotechnik und Böller während der 90 Minuten auf. Rund um das Spiel hatte es 17 Verletzte, 15 Festnahmen und nach BVB-Angaben einen Sachschaden in Höhe von 100 000 Euro gegeben.