++ EIL ++

Halbleiter-Riese soll ganze Region pushen

Zuletzt aktualisiert:

In drei Jahren schon soll der taiwanesische Halbleiter-Produzent TSMC im Dresdner Norden mit der Produktion beginnen. Dafür investiert das Unternehmen fünf Milliarden Euro - weitere fünf Milliarden Euro steuert der Bund an Fördermitteln bei. Im Werk selbst sollen rund 2000 neue Jobs entstehen. Doch auch mit der voranschreitenden Erweiterung von Infineon, Bosch und NXP und den damit verbundenen Dienstleistern und Zulieferern rechnet die Politik mit insgesamt 8000 neuen Arbeitsplätzen am Stadtrand von Dresden.

Und davon soll nicht nur die Landeshauptstadt profitieren, sondern die gesamte Region. Hintergrund: Neue Fachkräfte müssen irgendwo wohnen, haben Familien, brauchen Kita- und Schulplätze, gute Verkehrsverbindungen zum Arbeitsplatz. Eine Mammutaufgabe, die Dresden nicht allein stemmen kann. Deswegen schlossen sich jetzt 21 Kommunen und drei Landkreise zusammen und wollen nun gemeinsam die nötige Infrastruktur planen. Unter dem Namen „Erlebnisregion Dresden“ startete der Verbund für Großvorhaben bereits 2003, wuchs dann immer weiter. Laut Sächsischem Städte- und Gemeindetag vereint sie auf 1100 Quadratkilometern die Interessen von 863.000 Einwohnern. Das wichtigste Organ ist die Bürgermeisterkonferenz, in der notwendige Entscheidungen beraten und mehrheitlich entschieden werden. In den Arbeits- und Projektgruppen werden laufende Projekte, wie jetzt die Großansiedlung, vorbereitet und beraten.Um die Planungen voranzutreiben, übergab der Freistaat jetzt 330.000 Euro Fördermittel, die Kommunen steuern knapp 170.000 Euro selbst bei. 

Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Das ist keine leichte Aufgabe. Alle Regionen sollen von dieser riesigen Chance der Ansiedlung profitieren.“ Doch im Moment habe man „Wachstumsschmerzen“, um den Anforderungen in kurzer Zeit gerecht zu werden. OB Dirk Hilbert erinnerte daran, dass das vierte Modul der Infineon-Erweiterungen eine Planungsvorlauf von zehn Jahren hatte. Diese Zeit habe man mit TSMC jetzt nicht. „Wir haben erkannt, Halbleiter ist ein wichtiger Standortfaktor, aber das ist gar  nicht so einfach. Die einzigen Werke, die europaweit derzeit erfolgreich laufen, sind die beiden Ansiedlungen in unserer Region. Es sind viele Fachkräfte dafür nötig. Es sind Wohnungen nötig, die müssen mit den Betriebsorten verknüpft werden, deswegen ist Verkehrsinfrastruktur wesentlich. Alle Thematiken, die mit einer erfolgreichen Industrieansiedlung zu tun haben, werden jetzt untersucht.“

Audio:

Dresdens OB Dirk Hilbert erklärt, was bei den Planungen für die neue Halbleiterfabrik alles beachtet werden muss