• (Fotos: T. Plunert)

Hakenkreuze an Haus in Kleinzschachwitz übermalt

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An einem leerstehenden Haus ein Kleinzschachwitz sind bei Bauarbeiten mehrere Hakenkreuze und die Aufschrift "Heil Hitler" entdeckt worden. Offenbar waren die Symbole beim Bau des Hauses 1932 unter einer Abdeckung auf die Schindeln aufgemalt worden. Das legt die Aufschrift auf den Schindeln nahe.

Mehrere Tage lang waren die Symbole sichtbar, es pilgerten immer mehr Menschen zu dem Haus an der Struppener Straße, machten Fotos. Auch in sozialen Netzwerken wie Facebook wurden Fotos geteilt, dabei posierten Personen in historischen Kostümen mit einem alten Fahrrad vor dem Gebäude.

Die Polizei ermittelte zum Eigentümer und prüft einen Straftatsverdacht wegen Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole (Paragraph 86a StGB). Man nehme nun schnellstmöglich mit dem Eigentümer Kontakt auf, hieß es am Montagnachmittag. Dieser solle die Symbole rasch abdecken oder entfernen, teilte ein Polizeisprecher mit.

Eigentümerin reagiert und übermalt NS-Zeichen

Wie die Dresdner Polizei am Dienstagvormittag mitteilte, habe die Eigentümerin die Zeichen inzwischen übermalt. Die Hakenkreuze wurden mit schwarzer Farbe übermalt.

Stadtarchiv erläutert Hintergründe

Bei der Recherche in den Beständen des Stadtarchivs Dresden konnten folgende Informationen zum Einfamilienhaus auf der Struppener Straße 37 sowie zu der umliegenden Siedlung ermittelt werden:

"Die 24 Häuser umfassende Stadtrandsiedlung in Meußlitz/Zschachwitz entstand ab August 1932 aus Reichsmitteln und lag ursprünglich an der Heidenauer Straße die über Heidenau nach Pirna und nach Struppen führte. Bereits wenige Tage nach der Reichstagswahl am 5. März 1933 erfolgte die Umbenennung in Hindenburgstraße. Ab 1937 erhielt sie den Namen Straße der SA und führte zur SA-Führerschule im Schloss Kleinstruppen. Das alte Schlossgebäude wurde von März 1933 bis Mai 1934 als Haftanstalt für politische Häftlinge genutzt.

In der Zeit zwischen dem 27. Juni 1945 bis zum 31. August 1953 erhielt die Straße den Namen Ernst-Thälmann-Straße. Bis 2008 trug sie die Bezeichnung Großröhrsdorfer Straße und ab 2008 den Namen Struppener Straße.

Neben dem Ausdruck der politschen Ansichten des Besitzers könnten für die sichtbaren Schriftzüge auch Wahlwerbung für die bevorstehenden Reichstagswahlen von 1933 verantwortlich sein."