Hahn oder Henne - Wer liegt im Ei?
Hahn oder Henne - Wer liegt im Ei? Zu diesem Thema forschen Wissenschaftler an der TU Dresden. Nun ist es mit einem speziellen Untersuchungsverfahren erstmals gelungen, nach nur 72 Stunden herauszufinden, welches Geschlecht sich im befruchteten Hühnerei versteckt. Hintergrund für das Forschungsprojekt: Allein in Deutschland werden jährlich ca. 40 Millionen männlichen Kücken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet, weil sie weniger Fleisch bringen.Ein im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung arbeitender Forscherverbund aus Leipzig und Dresden entwickelt ein Verfahren zur Vermeidung des Tötens der männlichen Eintagsküken. Dazu soll zukünftig am Tag 3 der Bebrütung, an dem noch kein Schmerzempfinden der Embryos besteht, das Geschlecht optisch spektroskopisch bestimmt werden.Der Ansatz der Forscher: Bei einer Raman-Spektroskopie wird monochromatisches Licht, zum Beispiel von einem Laser, auf das Untersuchungs-objekt eingestrahlt und das Spektrum des gestreuten Lichtes analysiert. Die Ramanspektren männlicher Blutzellen weisen gegenüber denen weiblicher Blutzellen geringfügig stärkere Signale im Bereich der Nukleinsäuren auf. Diese Signale differieren signifikant und können somit zur Geschlechtsidentifikation herangezogen werden.In bisherigen Versuchen wurden alle Eier ausgebrütet, um die spektroskopische Signatur von weiblichen und männlichen Eiern zu charakterisieren. Durch vorherige Selektion der Eier mit weiblicher Signatur ist es Forschern an der Medizinischen Fakultät der TU Dresden nun erstmals gelungen, dass nur weibliche Küken ausgebrütet wurden.Das Forscherteam arbeitet an einer weiteren Erhöhung der Zuverlässigkeit der Geschlechtsbestimmung und einer Optimierung der Schlupfrate. Für den routinemäßigen großindustriellen Einsatz muss die Geschwindigkeit des Verfahrens noch deutlich erhöht werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung ist die Vollautomatisierung der Selektion. Die Forscher hoffen, dieses Ziel bis Mitte 2017 zu erreichen.