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Haftstrafen nach Brandanschlag auf Asylbewerberheim

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Für einen Brand­an­schlag auf eine geplante Asylun­ter­kunft in Dresden müssen drei Männer in Haft. Das Landge­richt Dresden verur­teilte die 33 bis 35 Jahre alten Angeklagten am Mittwoch zu Freiheits­strafen zwischen zwei Jahren und fünf Monaten sowie drei Jahren und sechs Monaten. Sie hatten im Oktober 2015 mit einem vierten Komplizen Molotow-Cocktails auf eine leerste­hende Schule im Dresdner Stadt­teil Prohlis geworfen - wenige Tage bevor dort die ersten Flücht­linge einziehen sollten.  Zwei der Beschul­digten hatten den Anschlag aus fremden­feind­li­chen Motiven zum Prozess­auf­takt gestanden. Sie gaben an, dass sie die Unter­kunft aus „Furcht vor dem Ungewissen“ und „Angst vor vielen Männern“ verhin­dern wollten. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräftig. Alle drei Männer sind vorbe­straft, wenn auch nicht einschlägig. Das Verfahren gegen eine zunächst mitan­ge­klagte 23 Jahre alte Frau wurde abgetrennt, da gegen sie weitere Anklagen vorliegen. Sie soll die Täter zu dem Anschlag angestiftet haben. Bereits im Juni war der vierte Mittäter zu einer Freiheits­strafe von zwei Jahren und neun Monaten verur­teilt worden. Das Gericht ist überzeugt, dass die vier Männer sich in der Nacht zum 7. Oktober 2015 getroffen haben, Brand­sätze zusam­men­bauten und anschlie­ßend auf das Schul­ge­lände in der Nachbar­schaft warfen. Dort waren Fenster­scheiben zu Bruch gegangen, die Feuer­wehr musste eine brennende Holztür löschen. Richter Joachim Kubista erinnerte in der Urteils­be­grün­dung an die drama­ti­sche Zunahme von Angriffen auf Flücht­lings­heime in Deutsch­land und berief sich dabei auf Zahlen des Bundes­kri­mi­nal­amtes. Demnach habe es 2015 bundes­weit 1005 Attacken gegeben, 901 davon hätten einen fremden­feind­li­chen Hinter­grund gehabt. Das sei bezogen auf das Vorjahr eine Verfünf­fa­chung der entspre­chenden Straf­taten.  Kubista sprach auch von einer Verro­hung und Zunahme von Aggres­sionen in sozialen Netzwerken. „Da werden Hemmschwellen überschritten, die später in Taten umgesetzt werden.“