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Haftstrafe für Hintermann einer Skimming-Bande

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Das Landge­richt Dresden hat erstmals einen Hinter­mann einer Skimming-Bande verur­teilt. Der 37 Jahre alte Angeklagte wurde am Mittwoch wegen banden­mä­ßigen Fälschens von Zahlungs­karten und Compu­ter­be­truges zu einer Freiheits­strafe von fünf Jahren und zwei Monaten verur­teilt. Er hatte gestanden, als Teil einer rumäni­schen Skimming-Band im Juli 2011 den Spähan­griff auf einen Geldau­to­maten in Dresden mitor­ga­ni­siert zu haben. Die Täter erbeu­teten damals knapp 270 000 Euro. Drei Mittäter wurden bereits verur­teilt, einer sitzt derzeit in Unter­su­chungs­haft und drei weitere sind nach Angaben der Staats­an­walt­schaft Dresden noch auf der Flucht. Langjäh­rige und hartnä­ckige Ermitt­lungen zahlten sich aus, sagte die Vorsit­zende Richterin Birgit Wiegand. Denn fünf Jahre nach der Tat stand erstmals ein Draht­zieher der Bande vor Gericht. Während Bankkunden damals Geld abhoben, wurden sie bei der Eingabe ihrer Pin-Nummer gefilmt und die Daten ihrer Karten unbemerkt gespei­chert.  Im September 2011 hatten Komplizen mit Doubletten dieser Karten in Argen­ti­nien 268 000 Euro an Geldau­to­maten abgehoben. 255 Kunden sollen betroffen gewesen sein. Ein finan­zi­eller Schaden entstand ihnen nicht, denn die Banken sind gegen Skimming-Angriffe versi­chert. Im Sommer dieses Jahres hatte das Landes­kri­mi­nalamt (LKA) mitge­teilt, dass das Thema Skimming inzwi­schen in Sachsen erledigt sei. Schon seit 2013 sind im Freistaat keine Manipu­la­tionen an Geldau­to­maten mehr bekannt geworden. Das LKA führte das auf eine bessere Technik zurück und geht davon aus, dass inzwi­schen auch die Karten­nutzer sensi­bi­li­siert sind. [dpa]