Gstaad Festival Orchestra in der Frauenkirche
Am Ende griff der Dirigent zur Geige und spielte als Zugabe eine Beethoven-Romanze. Maxim Wengerow und das Gstaad Festival Orchestra haben das Publikum am Samstagabend in der Dresdner Frauenkirche auf Anhieb begeistert. Die Schweizer boten ein rein russisches Programm. Nach der Ouvertüre „Große russische Ostern“ von Rimski-Korsakow spielte der junge Nikolai Tokarew Tschaikowskis 1. Klavierkonzert und damit einen Ohrwurm der Klassikszene. Viel Beifall war der Dank für eine packende Interpretation. Nach der Pause konnten die Musiker bei Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ mit vielen solistischen Leistungen brillieren. Wengerow ist Chefdirigent des Festival Orchesters, aber auch als namhafter Geiger bekannt. Das Gstaad Festival Orchestra ist eine Neugründung. Erst am 13. August dieses Jahres erlebte es seine Premiere. Die Musiker verstehen sich als Botschafter des 1957 von Lord Yehudi Menuhin gegründeten Menuhin Festival Gstaad. Der Geiger und Dirigent hatte sich in Gstaad Anfang der 1950er niedergelassen. Das nun entstandene Ensemble möchte zudem eine der schönsten Regionen des Berner Oberlandes als kreative Musikwerkstatt präsentieren. In dem Orchester spielen junge Absolventen von Musikhochschulen an der Seite erfahrener Musiker des Kammerorchesters Basel und der Oper Zürich. Nach Dresden sind sie in diesem Jahr nur noch einmal in Deutschland zu erleben - am 13. November in der Philharmonie München. 2011 wird das Orchester mit Dirigent Kristjan Järvi zusammenarbeiten.