„Gruppe Freital“ - Ermittlungen wegen Datenleck
Die Dresdner Staatsanwaltschaft prüft bei den Ermittlungen gegen die rechtsterroristische "Gruppe Freital" nun auch Vorwürfe gegen die Polizei Wie Oberstaatsanwalt Jürgen Schär unserem Sender sagte, werde wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen gegen Unbekannt ermittelt. Es gebe noch keinen Tatverdächtigen. Seit wann ermittelt wird, konnte Schär nicht sagen.Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet, soll einer der Tatverdächtigen möglicherweise Informationen von einem Bereitschaftspolizisten erhalten haben. Dies sei bei einer Vernehmung im Dezember 2015 bekannt geworden. Ein Strafverfahren sei dann allerdings erst im April 2016 eingeleitet worden, nachdem ein Verfahrensbeteiligter Anzeige erstattet habe. Diese Details konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht kommentieren.Ein Sprecher der Bereitschaftspolizei teilte auf Anfrage mit, dass zu dem Verfahren nichts bekannt sei. "Wir haben dazu keine Erkenntnisse", sagte Sprecher Stefan Walther. Zuständig sei die Staatsanwaltschaft."Ungeheuerlicher Vorgang"Grünen-Innenexperte Valentin Lippmann teilte aufgrund des Zeit-Artikels mit: "Wenn sich dieser Sachverhalt als wahr erweist, ist das ein ungeheuerlicher Vorgang. Es würde bedeuten, dass die Unterstützung Rechtsextremer in Sachsen durch die sächsische Polizei sich nicht nur in deren Einstellung sondern durch konkrete derartige Unterstützungshandlungen äußert. Ich verlange eine umfassende und sofortige Aufklärung dieser und anderer Verbindungen der sächsischen Polizei zu rechtsextremen Gruppen oder Einzelpersonen.""Nebelkerzen und Lügenmärchen"Auch Enrico Stange, innenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag äußerte sich: "Für den Fall, dass sich die Vorwürfe [...] erhärten, stünden wir in Sachsen vor einer schwerwiegenden Vertrauenskrise gegenüber der Polizei, ihrer Führung und dem sächsischen Innenminister Markus Ulbig. Angesichts der umfangreichen Telefonüberwachung der Beschuldigten hätten die Vorwürfe gegen die Bereitschaftspolizei längst aus der Welt geschafft werden können – wenn sie jeder Grundlage entbehrten. Der sächsische Innenminister sollte den Landtag, allen voran den Innen- und den Rechtsausschuss nun ohne weitere Nebelkerzen und Lügenmärchen informieren."Prozess gegen Gruppe Freital ab 2017 geplant Acht Mitglieder der Gruppe Freital müssen sich ab dem kommenden Jahr nach Anschlägen auf Asylunterkünfte und Andersdenkende verantworten. Den sieben Männern und einer Frau wird u.a. Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen, einige Angeklagte müssen sich auch wegen versuchten Mordes verantworten. Für den Prozess wird der Speisesaal einer geplanten Asylunterkunft am Hammerweg derzeit zu einem Hochsicherheits-Gerichtssaal umgebaut. Insider sehen durch die neuen Vorwürfe auch den Prozess gefährdet, sprechen von einem sensiblen Thema. Grünen-Innenexperte Lippmann teilte mit: "Sollte der Prozess gegen die Terrorgruppe Freital wegen dieses Vorfalls oder wegen der Behandlung des Informanten platzen, trägt Innenminister Markus Ulbig die volle Verantwortung für ein derartiges kolossales Versagen der Sicherheitsbehörden."