Grundschüler und Lehrerin in Mickten beschossen
Die Dresdner Polizei hat einen 18-jährigen Dresdner nahe seiner Wohnung an der Herbststraße in Mickten gefasst. Er hatte am Montagnachmittag nach Angaben eines Polizeisprechers mehrere Hortkinder und eine 35-jährige Lehrerin mit einer Softairwaffe beschossen und dabei die Frau verletzt.Schüler einer dritten Klasse der 144. Grundschule an der Micktener Straße waren zum Spielen hinter der Turnhalle. Als die Lehrerin die Kinder ins Gebäude bringen wollte, wurde sie von zwei Geschossen am Hinterkopf und an der Schulter getroffen. Später stellte sich heraus, dass auch ein neunjähriges Mädchen und zwei gleichaltrige Jungen getroffen wurden. Die 35-Jährige wurde leicht verletzt, musste aber nicht behandelt werden. Bei den Kindern sind die Geschosse offenbar an den Winterjacken abgeprallt, glücklicherweise ohne Schaden zu verursachen.Zeugen beobachteten im Tatzeitraum zwei Jugendliche in einer benachbarten Erdgeschosswohnung, die mit einer Waffe hantierten. Daraufhin wurden Interventionskräfte der Dresdner Polizei angefordert.Der 18-jährige Wohnungsmieter wurde dann an einer Haltestelle in der Nähe entdeckt. Er übergab den Beamten in der Wohnung eine Softairwaffe in Form eines G36-Gewehres. Zudem fanden die Polizisten entsprechende Munition. Nach Aussage des 18-Jährigen soll ein Kumpel geschossen haben. Die Polizei hat ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Dabei gilt es auch, den noch unbekannten Mittäter des 18-Jährigen zu ermitteln. Im Einsatz waren acht Beamte. Seit 2016 ist der 18-Jährige bereits mehrfach mit der Polizei in Kontakt geraten, u. a. wegen Drogenhandels und wegen Verstoß gegen das Waffengesetz. Er hatte ein verbotenes Einhandmesser bei sich und soll mit Marihuana gedealt haben. Eine Festnahme erfolgte im aktuellen Fall nicht, da keine ausreichenden Haftgründe vorlagen, hieß es.Elternvertreter der 144. zeigten sich betroffen nach dem Vorfall. Eltern, Schüler, Lehrer seien informiert worden, sagte uns Elternsprecher Rudolf Renner. "Wichtig ist, nun mit den Kindern zu sprechen. Wichtig ist auch die Gesamtsituation zu erklären, also nicht nur was ist passiert, sondern auch was man nicht tun sollte."