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Große Anteilnahme zum Tod von Rolf Hoppe

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Fans, Freunde, Prominete und Weggefährten von Rolf Hoppe trauern um den Schauspieler. Er sei am Mittwoch nach einem erfüllten Leben im Kreise seiner Familie entschlafen, teilte die Familie am Donnerstag mit. Zahlreiche Menschen drücken beispielsweise in den sozialen Netzen ihr Mitgefühl aus. Auf Schloss Moritzburg, wo am Samstag wieder die Aschenbrödel-Ausstellung eröffnet wird, soll ein Gedenkort eingerichtet werden. Hoppe hatten den König in dem Märchenklassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gespielt.

Mehr als 400 Film- und Bühnenrollen

Viele kannten ihn aus "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", aber Rolf Hoppe füllte mehr als 400 Film- und Bühnenrollen aus.  Erst im vergangenen Jahr hatte Hoppe mehrere Preise gewonnen - den Märchenfilmfestival-Preis für sein Lebenswerk in Annaberg-Buchholz und den Orden des Dresdner Semperopernballs.

Besondere Verbindung auch zu Schloss Weesenstein

Sein Lebenswerk wurde 2015 auch auf Schloss Weesenstein gewürdigt, wo er regelmäßig als Vorleser zu Gast war. Zu seinem 85. Geburstag wurde auf Weesenstein die Ausstellung eingerichtet: "Ein Schauspielerleben. Ausstellung zum 85. Geburtstag." Die Schau reflektierte die wichtigsten Facetten von Hoppes Schauspielerleben. Exponate aus dem Kostümfundus des DEFA-Studios Babelsberg, des Filmmuseums Potsdam und aus dem Privatbesitz von Rolf Hoppe bezeugten Meilensteine seiner Karriere. Darüber hinaus illustrierten inszenierte Schwarz-Weiß-Fotografien des Fotografen Andreas Neubauer die Verbundenheit des Schauspielers mit dem Schloss Weesenstein. "Ich werde ihn als gütigen Menschen in Erinnerung behalten", sagte Schlossleiterin Andrea Dietrich bei uns im Interview. Hoppe habe über 20 Jahre das Schloss unterstützt, als Botschafter und als Vorleser.

Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange hat Rolf Hoppe als einen der „ganz großen Schauspieler der letzten 60 Jahre“ bezeichnet. Ein bodenständiger Weltstar aus Dresden ist von uns gegangen, sagte Stange.  Ministerpräsident Michael Kretschmer erklärte: "Mit Rolf Hoppe ist für viele Sachsen ein Freund der Familie gestorben, so präsent war er über viele Jahrzehnte durch seine Rollen und die intensiven Begegnungen, die wir mit diesem talentierten und liebenswerten Charakterdarsteller hatten. Er lebte Kultur und belebte sie auf der Bühne, vor der Kamera oder in seinem Hoftheater. Ein Großer hat diese Welt verlassen und wir sind traurig.""Ich hänge an den kleinen Rollen"

„Am meisten hänge ich an den kleinen Rollen“, sagte Hoppe vor rund drei Jahren in einem Interview kurz vor seinem 85. Geburtstag. „Das Wichtigste ist ein gutes Zuhause.“ Hoppe rauchte Pfeife - die habe ihm der Doktor in den 1940er Jahren verordnet, statt Zigaretten.

Auch in den letzten Jahren gönnte sich Hoppe keinen Ruhestand: „Ich arbeite gern, es ist ja auch ein schöner Beruf“, sagte er. Nur mit seiner Kraft musste er sparsamer umgehen. Eines seiner Projekte: sein eigenes Theater. Bereits 1995 habe der Schauspieler in Dresden-Weißig einen Bauernhof gekauft und mit Freunden das Hoftheater Dresden gegründet. Schon seit einigen Jahren war er aber auch dort nur noch Zuschauer.

Mephisto machte ihn international bekannt

Seine „Spielwut“ lebte Hoppe erstmals in einer Laientheatergruppe in seinem Heimatort Ellrich am Südrand des Harzes aus. Damals verdiente sich der Thüringer sein Geld noch als Kutscher und Bäcker. Sein General Göring als Gegenspieler von Klaus Maria Brandauer in István Szabós preisgekrönter Verfilmung von Klaus Manns Roman „Mephisto“ machte ihn 1980 dann international bekannt. Auch als Vater der Pianistin Clara Schumann in der „Frühlingssinfonie“ von Peter Schamoni zeigte Hoppe Weltklasse. Bei den Salzburger Festspielen war er mehrmals der Mammon im „Jedermann“.

Seit 1963 füllte Hoppe mehr als 400 Film- und Bühnenrollen aus und gab im Theater fast allen klassischen und komischen Figuren der Weltliteratur Gestalt. Der Versuchung, der DDR beim Dreh im Ausland den Rücken zu kehren, erlag er nie. Und er blieb auch im neuen Film-Deutschland begehrt, spielte in „Bronsteins Kinder“, „Schtonk!“ und „Mario und der Zauberer“.

In gut 50 Jahren Karriere gab es nur zwei weiße Flecken: „Einen Kindermörder würde ich nie spielen“, sagte der Darsteller einst, der lange als „Bösewicht vom Dienst“ galt. Die andere Ausnahme ist eher ungewollt: eine Liebhaberrolle wurde ihm nie angeboten. „Ein dicker Mann kann doch auch liebhaben.“ Seine Bilanz trübte das aber nicht. „Ich habe ein gutes Leben.“ Angst vor dem Tod hatte er nicht, wünschte sich nur einen erträglichen Übergang. „Wenn es so weit ist, dann ist es so weit.“ (mit dpa)

Bei uns im Programm erinnern am Freitagnachmittag ab 14 Uhr Weggefährten und Schauspielerkollegen an Rolf Hoppe.