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Das wurde auf dem Robotron-Gelände ausgegraben

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Archäologen haben auf den Flächen neben dem abgerissen Robotron-Gebäude in der Dresdner Innenstadt mehrere Keller aus dem 19. Jahrhundert freigelegt. Nach der groben Beräumung durch die Bagger beginnt nun die Feinarbeit. Dabei kommen vor allem Mauern ans Tageslicht. Dazwischen wurde Porzellan und Gebrauchskeramik geborgen. Immer wieder finden sich auch völlig deformierte Glasobjekte, die auf den Feuersturm nach der Bombardierung 1945 zurückgehe.

Nach der groben Beräumung beginne nun die Feinarbeit. Die Archäologen gehen davon aus, dass sich auf dem Areal auch Spuren älterer Bebauung befinden. Es lag einst außerhalb des Stadtkerns, war von landwirtschaftlicher Nutzung und kleinteiliger Bebauung geprägt. „Wohlhabende Familien legten im 18. Jahrhundert dort Gärten mit kleinen Palais an“, erklärte Susanne Schöne vom Landesamt für Archäologie . Sie wurden im Zuge der Belagerung im Siebenjährigen Krieg  zerstört - und das dann im 19. Jahrhundert entstandene Stadtviertel am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Das Landesamt für Archäologie vermutet noch ältere Spuren in der Erde: Es gibt schon ältere Befunde in der Erde, die auf frühneuzeitliche Kellergruben aus dem 15. Jahrhundert weisen„, sagte Susanne Schöne. Auch Scherben aus dem Hochmittelalter belegten, “dass hier mit noch älterer Besiedlung gerechnet werden muss„. 

Zu den bisher 525 Befunden gehören Baustrukturen und Keller der Bürgerhausbebauung vom 18. Jahrhundert bis 1945, vier wohl spätmittelalterlich/frühneuzeitliche Hauskellergruben und ein noch undatierter Gebäudegrundriss einer Vorgängerbebauung, “die vermutlich schon um 1600 oder wenig später aufgegeben wurde„ sowie Kulturschichten des Hochmittelalters.

Noch bis Mitte November gräbt das neunköpfige Team auf dem fast 5.000 Quadratmeter großen, nach 1945 nicht wieder bebauten Areal neben dem bis auf die ehemalige Betriebskantine - einem Architekturzeugnis der Ostmoderne - abgerissenen Robotron-Gebäude, bevor dort ein Wohnviertel mit Tiefgaragen entsteht.

 

Audio:

Rebecca Wegener vom Landesamt für Archäologie