• Medizinprofessor Winfried Stöcker. Der aus der Oberlausitz stammende Unternehmer wurde 1999 Professor der Medizinischen Tongji-Hochschule in Wuhan. Vor sieben Jahren kaufte der das Görlitzer Kaufhaus. Er will es sanieren. Seine Firma Euroimmun hatte er 2017 an das US-amerikanische Unternehmen PerkinElmer verkauft. Foto: Archiv (dpa)

    Medizinprofessor Winfried Stöcker. Der aus der Oberlausitz stammende Unternehmer wurde 1999 Professor der Medizinischen Tongji-Hochschule in Wuhan. Vor sieben Jahren kaufte der das Görlitzer Kaufhaus. Er will es sanieren. Seine Firma Euroimmun hatte er 2017 an das US-amerikanische Unternehmen PerkinElmer verkauft. Foto: Archiv (dpa)

Görlitzer Kaufhausbesitzer: Immunisierungstest gelungen

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Dem Görlitzer Kaufhausbesitzer Winfried Stöcker ist nach seinen Angaben ein Corona-Immunisierungsversuch gelungen.  Der 73-jährige Medizinprofessor sagte Radio Lausitz, dass sein Selbstversuch erfolgreich gewesen sei. Stöcker, der  2013 das Görlitzer Kaufhaus erworben hatte, gehörte bis vor drei Jahren die Medizintechnik-Firma Euroimmun. Sie hat die ersten zwei europaweit zertifizierten Corona-Tests entwickelt.  Im Labor ist Stöcker noch immer tätig.

Seit Ende März spritzt sich Winfried Stöcker ein aufbereitetes Corona Antigen in den Oberschenkel. Bei diesem Antigen handelt es sich um ein Teilprotein des Corona-Virus, das so für sich alleinstehend nicht die Viruskrankheit auslösen kann. Nun, vier Wochen später, weist sein Blutbild die erhofften Antikörper auf, d.h. dass eine Immunität gegen Corona vorliegt. Aus seiner Sicht könnte man auf diese Weise innerhalb eines halben Jahres drei Viertel der Bevölkerung immunisieren.

Wortlaut seiner Antwort auf unsere Frage zum Inhalt, Verlauf und Ergebnis seines Selbsttests:

"Der Immunisierungsversuch mit Corona-Antigen S1 ist bei mir günstig verlaufen. Ich habe mir das Antigen S1 des SARS-CoV-2 intramuskulär in den Oberschenkel gespritzt, zusammen mit einem Adiuvans, das die Immunantwort stimuliert. Das Antigen wurde in meinem eigenen Labor rekombinant hergestellt. Rekombinant heißt gentechnisch, nicht der ganze Virus wurde verwendet, sondern nur eine kleine Komponente davon, die für sich allein nicht infektiös ist. Die Immunisierung war also ungefährlich, es bestand keine Infektionsgefahr mit dem Coronavirus, weder für mich, noch für meine Familie und meine Kollegen.

26. 3. Einfache Dosis

02.4. Einache Dosis

14. 4. Doppelte Dosis

Ergebnisse der serologischen Untersuchungen:

27. 03. 2020

Anti SARS-CoV-2 (Covid-19) IgA ELISA neg., Ratio 0,5 (Normwert ≤ 0,8)

Anti SARS-CoV-2 (Covid-19) IgG ELISA neg., Ratio 0,5 (Normwert ≤ 0,8)

16. 04. 2020

Anti SARS-CoV-2 (Covid-19) IgA ELISA pos., Ratio 1,0 (Normwert ≤ 0,8)

Anti SARS-CoV-2 (Covid-19) IgG ELISA neg., Ratio 0,2 (Normwert ≤ 0,8)

22. 04. 2020

Anti SARS-CoV-2 (Covid-19) IgA ELISA pos., Ratio 3,5 (Normwert ≤ 0,8)

Anti SARS-CoV-2 (Covid-19) IgG ELISA pos., Ratio 6,2 (Normwert ≤ 0,8)

"Diese Tests wurden mit dem Zielantigen S1 des SARS-CoV-2 durchgeführt, dem gleichen Antigen, das ich für die Immunisierung verwendet habe. Darüber hinaus wurde am 22. 04. 2020 mit einem zweiten Antigen des SARS-Coronavirus 2 getestet, einem Nucleocapsid-Antigen, und dieser Test war negativ. Das ist der Beweis dafür, dass die Anti-S1-Antikörper nicht von einer natürlichen Infektion mit dem Coronavirus stammten, sondern von der Immunisierung mit dem einzelnen gentechnisch hergestellten Antigen."

Das Fazit des Medizinprofessors:

"Aus meiner Sicht könnte man kurzfristig drei Viertel der Bevölkerung mit dem Zielantigen S1 des SARS-CoV-2 immunisieren, vielleicht innerhalb des nächsten halben Jahres. Die Herstellung ausreichender Mengen wäre möglich. So lange sollte man die Quarantäne-Maßnahmen fortsetzen und sie erst danach wieder lockern. Viele Experten werden diesem Vorschlag widersprechen, aber sie sollten mindestens meinen Versuch an einem größeren Kollektiv reproduzieren, und nicht zwei Jahre warten, bis Corona zehn Prozent unserer Bevölkerung hingerafft hat."