Gesuchte Weißenbornerin stellt sich - Polizistinnen-Mord offenbar aufgeklärt
Mit der Festnahme der gesuchten mutmaßlichen Schwerverbrecherin Beate Z., die jahrelang in Weißenborn lebte, müsste der Polizistinnen-Mord von Heilbronn weitgehend aufgeklärt sein. Davon geht der Generalstaatsanwalt von Stuttgart, Klaus Pflieger, aus. Es deute alles darauf hin, dass der Mord im April 2007 von der 36-Jährigen und den zwei mittlerweile toten Bankräubern von Eisenach begangen wurde, sagte Pflieger. Dafür spräche vorallem der Besitz der Polizeidienstwaffen. Als Motiv vermutet er Beschaffungskriminalität.
Beate Z. hatte sich am Dienstagnachmittag bei der Polizei in Jena gestellt. Sie sei festgenommen worden und werde nun nach Zwickau gebracht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Meiningen der Nachrichtenagentur dpa. Die Zwickauer Staatsanwaltschaft als Herr des Verfahrens wollte das jedoch nicht bestätigen. Sie habe keine belastbaren Informationen, sagte Staatsanwältin Antje Dietsch unserem Sender.
Die mutmaßliche Schwerverbrecherin sei mit einem Anwalt erschienen und habe gesagt, „ich bin die, die sie suchen“, berichteten thüringische Medien . Erst am Dienstagvormittag hatte die Zwickauer Staatsanwaltschaft zwei Fahndungsbilder veröffentlicht. Unbestätigten Angaben zufolge soll die Frau zuletzt Montagabend mit ihrem Handy in Eckersbach geortet worden sein.
Die Rechtsextremistin war seit Jahren untergetaucht, lebte unter Aliasnamen unbehelligt seit drei Jahren in der Weißenborner Doppelhaushälfte – zusammen mit ihrem Freund und dessen Bruder. Beide Männer waren nach einem Bankraub am Freitag in Eisenach erschossen in ihrem Wohnmobil gefunden worden. Wenige Stunden später flog das Haus in Zwickau in die Luft. Vermutlich war es Sprengstoffexpertin Beate Z., die die Explosion herbeiführte. Einer Nachbarin hatte sie wenige Augenblicke vor der Detonation ihre beiden Katzen übergeben und war dann weggerannt, berichtete uns der Vater der Frau.
Bei den Toten im Wohnmobil in Eisenach fanden Ermittler zwei Pistolen, die in Verbindung mit dem Polizistinnen-Mord vor vier Jahren in Heilbronn stehen. Jetzt werden weitere ungeklärte Verbrechen untersucht. Wohl auch deshalb durchsuchten Polizisten am Dienstag die Hausruine nach Beweismaterial.