Gericht stoppt Bauarbeiten für Dresdner Stadtbahntrasse 2020
Der Bau der neuen Stadtbahn 2020 ist vorerst gestoppt worden. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hatte am Dienstag einer Anwohnerklage zugestimmt. Die Baugenehmigung wurde vorläufig ausgesetzt. Anwohner der Stadtbahntrasse auf der Oskarstraße hatten Mängel im Planfeststellungsverfahren angeprangert. Es handelte sich um einen Formfehler der zuständigen Genehmigungsbehörde, der Landesdirektion Sachsen: Die Umweltverträglichkeitsprüfung hätte von der Behörde nochmals öffentlich ausgelegt und erörert werden müssen, hieß es. Die Landesdirektion hatte eine nochmalige Auslegung der Unterlagen als unnötig erachtet. Wie sich nun herausgestellt hat, war das rechtlich nicht in Ordnung. Zum anderen habe die Behörde nicht sämtliche erforderlichen Unterlagen öffentlich ausgelegt und die ausgelegten Unterlagen nicht hinreichend genau beschrieben, so das Gericht. Das Gericht hat nicht festgestellt, ob durch das Projekt überhaupt Beeinträchtigungen für die Anwohner entstehen, teilte ein DVB-Sprecher mit.Ein Anwalt von Anwohnern an der Oskarstraße klagte, das Oberlandesgericht sprach von einem schwerwiegenden Fehler.Angefangene Arbeiten an Leitungen unter der Oskarstraße werden noch beendet, dann stehen die Maschinen still. Die Baustelle wird allerdings nicht abgebaut. Die Arbeiten sind erst im März gestartet.Die Landesdirektion Sachsen wird in den kommenden Wochen den Erörterungstermin nachholen und die geforderten Unterlagen noch einmal vollständig öffentlich auslegen. Welche Auswirkungen das auf den weiteren Verlauf der Gesamtbaustelle Tiergartenstraße-Oskarstraße-Wasaplatz haben wird, ist erst nach Abschluss des nachzuholenden Verfahrensbestandteils festzustellen. Mit dem Projekt sollten Straßenbahnen zwischen Löbtau und Strehlen eigentlich Busse der Linie 61 entlasten. Für die Arbeiten war ein Jahr Bauzeit vorgesehen, fast 17 Millionen Euro soll das ganze Kosten.