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Generalstaatsanwalt fordert fast 11 Jahre Haft für Moschee-Bomber von Cotta

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Im Prozess gegen den mutmaßlichen Moschee-Bomber von Cotta hat der Generalstaatsanwalt am Dresdner Landgericht fast elf Jahre Haft gefordert. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Angeklagte mit den Rohrbomben vor dem Gotteshaus an der Hühndorfer Straße Menschen töten wollte. Es wurden zehn Jahre und neun Monate Haft gefordert.

"Es war keine Spontantat, sondern lange vorbereitet", sagte Oberstaatsanwalt Riccardo Schultz. Er habe es billigend in Kauf genommen, dass Menschen verletzt oder gar getötet werden. Das Motiv sei Ausländer- und Islamfeindlichkeit, aber auch Ablehnung von Andersdenkenden. Der Mann war später durch DNA-Spuren vom Tatort überführt und Anfang Dezember 2016 festgenommen worden.

Die Anschläge hatten kurz vor der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die vierköpfige Familie des Imam kam mit dem Schrecken davon. Nach Experteneinschätzung ist nur durch eine Verkettung glücklicher Umstände niemand bei dem Anschlag verletzt worden. Der Monteur hatte vor Gericht eingeräumt, den Spreng- und Brandsatz gezündet zu haben. Eine Absicht, die Imam-Familie zu verletzen oder zu töten, bestreitet er.  Der Angeklagte hatte vor Gericht erklärt, er habe ein Zeichen setzen wollen.

Kritik gab es im Prozess mehrfach an Ermittlungspannen. Recherchen unseres Senders hatten nach dem Anschlag in Cotta ergeben, dass der Tatort zu früh freigegeben wurde. Später wurden dann auch Pannen beim Umgang mit den verblieben Sprengsätzen und der Anfertigung von Gutachten bekannt. In den nächsten Tagen stehen noch die Plädoyers der Verteidigung aus. Das Urteil soll noch im August fallen. (red mit dpa)