Gegen den Kippenmüll: Bundespräsident ehrt Dresdner für „Pinke Hände“
Im Kampf gegen den Kippenmüll ist ein Dresdner vom Bundespräsidenten geehrt worden. Alexander Kempe wurde von Frank Walter-Steinmeier im Rahmen eines Neujahrsempfangs im Schloss Bellevue für die Initiative „Pinke Hände“ ausgezeichnet. Kempe setzt sich dafür ein, dass der Zigarettenmüll aus dem Stadtbild verschwindet und Raucher die Stummeln nicht einfach auf den Boden werfen.
„Pinke Hände haben wir 2019 gegründet“, sagte uns Alexander Kempe. „Das war zu Beginn eigentlich nur eine Müllsammelaktion. Eine Freundin hatte sich getrennt, und wir haben quasi ein Frust-Müllsammeln an der Elbe gemacht. Dabei hatten wir pinke Handschuhe an.“ Kurz darauf wurde ein Instagram-Kanal gestartet, unter dem Motto „Pinke Hände - schnelles Ende“. Schnell stellte sich heraus, dass Zigaretten eines der größten Müllprobleme der Stadt sind. Der Rest ist eine Erfolgsgeschichte: viele Menschen beteiligten sich bei den ehrenamtlichen Sammelaktionen.
Der Ablauf ist dabei ganz einfach: Zu den Putzevents wird auf den sozialen Netzwerken aufgerufen. Jeder kann spontan dazukommen und erhält das Sammelmaterial - pinke Handschuhe und Behälter. Im Anschluss werden die Müll-Hotspots besprochen.
Die gesammelten Kippen werden dann nicht einfach weggeworfen, so Kempe: „Die landen bei uns im Keller“. Daraus entstehen neue Ideen. Zum Beispiel wurde aus den Zigaretten ein Mensch gebaut, der dann als „Kippenbotschafter“ bei mehreren Events eingesetzt wurde.
Initiative kommt auch bei der Stadt gut an
Die Landeshauptstadt Dresden zeigt sich von der Initiative begeistert. Gemeinsam mit weiteren Akteuren wie den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) gab es schon mehrere Sammelaktionen. Auch ein Trailer entstand, der bei den Filmnächten am Elbufer dafür warb, dass die Zigaretten in den Müll oder in einen Taschenaschenbecher gehören.
Das Problem mit den Kippen ist dabei kein Kleines. Pro Stunde landen in Deutschland ungefähr fünf Millionen Zigaretten auf dem Boden, so Kempe. "Wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass eine Zigarette ca. Tausend Liter Wasser verschmutzen kann, durch den Giftgehalt, der in den kleinen Plastikfiltern drinsteckt, wird schnell das Ausmaß dieser Herausforderung bewusst. Deswegen bleiben wir auch dran, dass dieses Wegwerfverhalten geändert wird".
Kein Stillstand: Viele Aktionen für 2024 geplant
Mit seiner Auszeichnung vom Bundespräsidenten hatte Kempe nicht gerechnet. Er fand die Einladung in seinem Briefkasten und machte sich am 9. Januar auf nach Berlin. Neben Kempe wurden 70 weitere Ehrenamtliche aus ganz Deutschland ausgezeichnet. "Es ist schön, dass das auch mal wertgeschätzt wird." Kempe setzt sich komplett in seiner Freizeit für das Thema ein. Sein Hauptjob: Assistenz der Geschäftsführung, zudem ist er in der Paar- und Sexualberatung tätig.
Die Ehrung ist zwar vorbei, die Initiative geht aber weiter. "Momentan sind wir noch in der Winterpause, planen aber schon, was es dieses Jahr für Aktionen geben soll". Auch mit der Stadt wird über Ideen gesprochen.
Eines ist Kempe zum Abschluss noch wichtig zu betonen. "Klar, das Sammeln und die Aktionen bringen was, aber: Wir wünschen uns, dass alle mitmachen. Also, wenn man jemanden sieht, der seine Zigaretten wegwirft, ihn freundlich - und das ist uns echt wichtig, vor allem freundlich - ansprechen 'Bitte wirf doch deine Zigarette in den Mülleimer'. So kann jeder seinen Beitrag dazu leisten."
Die Putzaktionen werden bislang über Instagram (@pinkehaende) sowie Telegram veröffentlicht, aber eine eigene Website soll schon bald an den Start gehen.