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Für Notfälle: Katastrophenschutz in Heidenau baut aus

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Das Katastrophenschutzzentrum in Heidenau wird für 2 Millionen Euro erweitert. Dafür setzten am Freitag Innenminister Armin Schuster (CDU) und Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz den ersten Spatenstich. Der Freistaat beteiligt sich an der Finanzierung mit 640.000 Euro.

Der Neubau wurde aufgrund der beengten Platzverhältnisse für die 53 Johanniter-Rettungskräfte, deren Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände nötig. So können die Heidenauer Katastrophenschützer im Ernstfall im Handumdrehen 200 Schlafplätze mit eigenem Notstromaggregat, Notbrunnen, Abwasserzisterne und Solarstrom errichten, die völlig autark von äußeren Umständen sind. Die Rettungsstaffel hält auch 1000 Betten und Zelte vor, die im Evakuierungsfall in Schulen oder Turnhallen aufgebaut werden können.

„Für regional begrenzte Katastrophen sind alle Hilfsorganisationen sehr gut gerüstet“, erklärt Johanniter-Landesvorstand Carsten Herde. „Dann werden alle Kräfte zusammengezogen. Das hat im Ahrtal genauso funktioniert, wie bei den Waldbänden oder Hochwassern in Sachsen. Doch was, wenn eine großflächige Krise entsteht, durch Naturkatastrophen, Terroranschläge und andere bedrohliche Lagen? Wir müssen uns für solche Situationen eindeutig besser aufstellen, damit wir den Evakuierungsopfern neben medizinischer Erstversorgung auch ein Dach über dem Kopf, eine Dusche und eine Mahlzeit bieten können.“ Deshalb seien bereits Bauanträge für weitere Katastrophenschutzzentren im Landkreis Meißen und Erzgebirge gestellt. In Leipzig haben die Johanniter ein entsprechendes Grundstück erworben. 

Bisher wurde das bestehende Katastrophenzentrum doppelt genutzt: als Unterbringungs- und Ausbildungsort für die 53 Nothelfer der Einsatzstaffel Sächsische Schweiz, sowie Einsatzfahrzeuge und Gerät - und im Ernstfall auch als Evakuierungsunterkunft.

„Im Bevölkerungsschutz ist Sachsen sehr gut aufgestellt. Die Bundesländer haben in den letzten Jahren Milliarden in die Hand genommen, um sich im Katastrophenschutz besser aufzustellen“, so Innenminister Armin Schuster. Er forderte jedoch mehr finanzielles Engagement vom Bund: „Es werden beispielsweise neue Fahrzeuge und Hubschrauber, Warnmittel, Notstromaggregate, Schutzräume und nationale Reserven in der Versorgung benötigt“, so Schuster weiter.

Die Johanniter in Heidenau hoffen  mit „diesem sächsischen Leuchtturmprojekt, mehr ehrenamtliche Helfer zu gewinnen und unsere Nachwuchsarbeit zu stärken“, so Regionalvorstand Dennis Papperitz. Wer mitmachen möchte, findet alle Informationen unter www.johanniter.de/akkon-heidenau