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Frostschutz: 200 Lagerfeuer auf Weinbergen im Elbtal

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Einige Weingüter in der Region wollen in den kommenden Nächten die Rebflä­chen vor Frost­schäden schützen. Die Winzer von Schloss Wacker­b­arth werden in den kommenden Nächten etwa 200 kleine Feuer auf Rebflä­chen in Diesbar-Seußlitz und Radebeul entfa­chen, teilte ein Sprecher des Staats­be­triebes mit. Auf acht Weinbergen werden die Feuer entfacht, um die Rebstöcke vor dem Frost zu schützen. Späte Frost­pe­ri­oden bedrohen die Knospen der Rebstöcke, sie können braun werden und abfallen. Gefährdet sind vor allem Weinberge, auf denen die Kälte nicht abfließen kann.Vom 18. bis zum 21. April entfa­chen die Winzer deswegen jede Nacht etwa 200 kleine Feuer auf insge­samt acht Lagen in Diesbar-Seußlitz und Radebeul. In den kommenden Nächten leuchten die Weinberg­feuer auf rund 19 Hektar Rebfläche, darunter auf 5,5 Hektar Jungan­lagen der Rebsorten Müller-Thurgau und Bacchus auf der Seußlitzer Heinrichs­burg. Schloss Wacker­b­arth bittet alle Anlieger der betrof­fenen Rebflä­chen um Verständnis, teilte ein Sprecher mit. Bereits im vergan­genen Jahr waren zeitweise etwa 150 Lager­feuer als Frost­schutz entfacht worden.Für die Überwa­chung der Feuer­stellen sind 20 Mitar­beiter nachts im Einsatz, teilte ein Sprecher des Staats­be­triebes auf Nachfrage mit. Der Radebeuler Grünen­stadtrat Martin Oehmi­chen kriti­sierte bei Twitter das Vorgehen als "fragwür­diges Vergnügen". Bei anderen Winzern würden zum Schutz der Rebstöcke die Ruten hochge­bunden und Erde angehäuft, so Oehmi­chen.Weitere Hinter­gründe zu Feuern im WeinbergAm Mittwoch­nach­mittag reichte ein Sprecher von Schloss Wacker­b­arth weitere Infor­ma­tionen nach:Demnach seien die Feuer in den Radebeuler Lagen beim Ordnungsamt der Stadt Radebeul angemeldet worden, die entspre­chenden Gebühren müsse man tragen. Stadtrat Oehmi­chen hatte darauf hinge­wiesen, dass Feuer mindes­tens drei Tage im Vorraus angemeldet werden müssten und pro Feuer 10 Euro fällig sind.Ob Feuer notwendig sind oder Reben nach oben gebunden werden können, ist von Fall zu Fall unter­schied­lich: "Die geeig­nete Methode zur Bekämp­fung von Spätfrösten ist immer auch abhängig von der Größe der Weinberge."Und weiter teilte der Sprecher mit: "Schloss Wacker­b­arth führt die Bekämp­fung von Spätfrösten durch kleine, kontrol­lierte Feuer­stellen bereits seit 2014 erfolg­reich durch – auch auf Empfeh­lung des Weinbau­rings Franken, mit dem wir seit Jahren begingt durch die klima­ti­schen Heraus­for­de­rungen am 51. Breiten­grad sowie den generellen Klima­wandel intensiv zusammen arbeiten. Wir freuen uns, dass sich aktuell auch andere Winzer in Sachsen anschließen."Die Feuer werden auf einer Rebfläche von rund 19 Hektar, das heißt knapp 20 Prozent der Gesamt­reb­fläche entzündet. Allein auf den 5,5 Hektar Jungan­lagen auf der Seußlitzer Heinrichs­burg wachsen insge­samt 11.000 Rebstöcke der Sorte Müller-Thurgau und 12.500 Rebstöcke der Sorte Bacchus.Abschlie­ßend teilte Schloss Wacker­b­arth mit: "Die Frost­be­kämp­fung mit kleinen, kontrol­lierten Feuer­stellen ist nicht nur in Sachsen, sondern auch in anderen Regionen Deutsch­lands sowohl beim Weinbau, wie auch in anderen landwirt­schaft­li­chen Betrieben üblich."(Redak­tio­neller Hinweis: Artikel wurde durch weitere Infor­ma­tionen von Schloss Wacker­b­arth am Donnerstag ergänzt.)