• Per Handy-App hat eine Freitaler Familie einen Einbrecher an ihrer Terrassentür gesehen und die Polizei alarmiert. (Foto/Monage: privat/red)

Freitaler Familie beobachtet Einbruch live am Handy

Zuletzt aktualisiert:

Jeden Tag gibt es ein bis zwei Wohnungseinbrüche in Dresden. Die Polizei registrierte für das Jahr 2017 fürs Stadtgebiet insgesamt 565 Einbrüche in Dresden. Häufig gibt es dabei gleich mehrere tausend Euro Schaden, zum Beispiel an Türen und Fenstern. Schmerzlich ist für die Betroffenen aber auch, wenn die eigenen privaten Sachen durchwühlt worden sind und alles auf den Kopf gestellt wurde. Die Geschichten hinter diesen Einbrüchen erfährt man selten.

15-Jähriger versuchte bei Familie in Freital einzubrechen

Einen besonderen Fall hat nun eine Familie aus Freital erlebt und einem Einbrecher mit einfachen Mitteln die Tour vermasselt. Im Polizeibericht war vergangene Woche Mittwoch von einem Einbruchsversuch die Rede, bei dem ein mutmaßlicher Einbrecher (15) vorläufig festgenommen wurde:

"Der Jugendliche hatte versucht, die Terrassentür eines Einfamilienhauses (...) aufzuhebeln. Dabei wurde er jedoch beobachtet. Alarmierte Polizeibeamte nahmen den 15-Jährigen noch am Ort des Geschehens vorläufig fest. Der entstandene Sachschaden beträgt etwa 2.000 Euro."

Besitzer sahen Einbruch live auf dem Handy

Hinter diesem Fall steckt eine besondere Geschichte. Familie Günther aus Freital hat mit einfachen technischen Mitteln die Terrassentür am Haus überwacht:

Mit einem ausrangierten Handy, der kostenfreien App „Alfred“, W-Lan und Strom haben sie ihre Terrassentür überwacht. Das Handy filmt dabei immer die Terrassentür. Wenn sich etwas bewegt, erhalten die Eigentümer eine Warnmeldung auf ihrem Handy und können dort das Livebild oder frühere Aufnahmen einsehen. Dabei gibt es zwar immer wieder auch Fehlalarm, zum Beispiel durch Tiere oder raschen Lichtwechsel am Himmel, an diesem Mittwoch wurde es aber tatsächlich ernst:

Auf Arbeit erhielt die Anwohnerin eine Warnmeldung aufs Handy und im Livebild hat sie gesehen, dass eine schwarz gekleidete Gestalt mit einem Brecheisen versucht, die Terrassentür aufzuhebeln. Die Polizei wurde gerufen und 20 Minuten später war der Täter geschnappt: ein 15-Jähriger aus Freital.

Haus per App überwachen

Familie Günther aus Freital hat sich ein DIY-System zusammengestellt:

1. ausrangiertes Handy dauerhaft ans Stromnetz hängen, im W-Lan einloggen und eine App wie "Alfred" installieren, ein Google-Account ist notwendig. Weitere mögliche Apps sind beispielsweise IP Cam oder WebOfCams.

2. App auch auf dem eigenen Handy installieren und mit dem ausrangierten Handy verbinden

3. Ausrangiertes Handy so in der Wohnung aufstellen/installieren, dass kritischer Bereich (Terrassentür, großes Fenster, Eingangstür) dauerhaft gefilmt werden kann.

4. App konfigurieren, wann und in welchen Fällen Warnmeldungen gesendet werden sollen.

5. Testen - fertig!

(Redaktioneller Hinweis: Artikel wurde aktualisiert und um weitere mögliche Apps ergänzt.)