Forscher der TU Dresden entwickeln Papp-Bett
Forscher der TU Dresden haben für schnell aufzubauende Notunterkünfte in Katastrophengebieten ein medizinisches Einweg-Bett aus nachwachsenden Rohstoffen entwickelt. Das Papp-Bett ist nach Angaben vom Mittwoch umweltschonend und günstig herzustellen und leicht zu entsorgen.
Zurückgelassene Feldbetten aus Kunststoff und Metall verschärfen laut der Mitteilung der Universität die in Krisengebieten ohnehin oft erheblichen Müllprobleme. Zudem würden sie nach der aufwendigen Herstellung in Fernost auf langen Logistikketten über Europa in die Einsatzgebiete geliefert. In Pappe hätten die Dresdner das bessere Material gefunden: günstiger, leichter und noch nachhaltiger.
Das zwei Meter lange und ein Meter breite Papp-Bett kann als Steckset in ein Krisengebiet geliefert, dort ohne Werkzeug schnell aufgebaut werden und die Auflage aus Baumwolle oder Jute einfach gewechselt werden, um Desinfektionsmittel zu sparen. Nach dem Gebrauch lässt sich das Papp-Bett recyceln, kompostieren oder „fast CO2-neutral verbrennen“.
Partner des vom Bund geförderten „AidBoards“-Projekts waren ein sächsischer Medizinprodukte-Hersteller, ein Logistikberater für humanitäre Hilfe und ein Verpackungsproduzent. Ein im Oktober 2019 gegründetes Start-up kümmert sich um Herstellung, Vertrieb und Gestaltung. Auf Basis des Prototyps ist noch in diesem Jahr die Markteinführung geplant.