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  • Bei einem "FairTeiler" (r.) kann man überschüssige Lebensmittel, wie Obst und Gemüse (l.), weiter verteilen.
  • Dieses Obst und Gemüse wäre sonst in der Tonne gelandet.
  • Allein in Dresden stehen mehr als 19 "Fairteiler".

Ausgezeichnet: Dresdner rettet Essen mit Foodsharing

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Pro Kopf werfen die Deutschen rund 55 kg Lebensmittel im Jahr weg. Dabei ist die Hälfte davon eigentlich noch genieß- oder verwertbar, zeigt ein Ernährungsreport des  Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Die Initiative Foodsharing e.V. hat sich den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung auf die Fahne geschrieben. Bereits seit zehn Jahren ist Foodsharing deutschlandweit aktiv, darunter auch in vielen sächsischen Städten wie Dresden, Bautzen, Chemnitz oder auch Leipzig. Die Idee dahinter: Lebensmittel bei Betrieben, wie Supermärkten, Cafés oder Bäckereien abholen, die sonst in der Tonne gelandet wären. Aber auch die Aufklärung, was eigentlich wirklich reif für den Abfall ist und was nicht, ist ein wichtiges Thema für die Initiative, genauso wie das Weiterverteilen von nicht mehr benötigten Lebensmitteln.

Jörg Schwerdtfeger engagiert sich seit fünf Jahren ehrenamtlich für die Foodsharing. Er erklärt, dass eigentlich jeder mitmachen kann, dem das Thema Lebensmittelverschwendung am Herzen liegt. Allein in Dresden machen 700 Leute und rund 120 Betriebe mit.

Dazu stehen im Dresdner Stadtgebiet 19 sogenannte „Fairteiler“ bereit. Bei diesen kann man Essbares wie Obst, Gemüse, Backwaren und Co. abgeben oder sich selbst daran bedienen. Mehr Informationen dazu gibt es auf foodsharing.de/karte.

Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Damit aber gar nicht erst zu viel Lebensmittelmüll anfällt, hat Jörg Schwerdtfeger auch wichtige Tipps parat. Zum Beispiel sollte jeder immer mit Einkaufszettel starten, damit auch wirklich nur das im Wagen landet, was benötigt wird. "Immer überlegen, was brauche ich wirklich? Wenn die Großpackung 20 Prozent  günstiger ist, aber dann die Hälfte im Müll landet, hat man gar nichts gespart, sondern zahlt drauf".

Beim Obst und Gemüse sollten die Einkäufer auch mal zu dem vermeintlich "unperfekten" krummen Obst und Gemüse greifen. Die Lagerung von Lebensmitteln ist ebenfalls wichtig, damit diese länger halten. Als erstes sollte das verbraucht werden, was schnell schlecht wird. Mit Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt uns Jörg: "Das ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum, das heißt nicht, dass es an diesem Tag gleich schlecht wird oder nicht mehr essbar wäre."

Allein im Jahr 2021 hat Foodsharing in Dresden mehr als 500 Tonnen vor dem Wegwerfen bewahrt. Als Koordinator mit jahrelangem  Engagement wurde Jörg Schwerdtfeger von der Stadt Dresden Mitte Mai mit der Ehrenmünze ausgezeichnet.

Das Gespräch zum Anhören:

Interview mit Jörg Schwerdfeger von Foodsharing.