++ EIL ++

Flüchtlings­friedhof vor der Semperoper

Zuletzt aktualisiert:

In Dresden ist das nächste Kunst­werk einge­weiht worden, das für viele Diskus­sionen sorgt. Am Freitag­nacht­mittag hat Oberbür­ger­meister Hilbert "Lampe­dusa 361" einge­weiht. Diesmal ging die Eröff­nung ohne größere Störungen über die Bühne. Die Polizei hatte poten­ti­elle Störer frühzeitig angespro­chen oder des Platzes verwiesen. Der Theater­platz verwan­delte sich in einen symbo­li­schen Flücht­lings­friedhof. Knapp 100 Matten mit Fotos von Gräbern in Sizilien sind vor der Semper­oper rund um das König Johann-Denkmal ausge­legt worden. Das Projekt soll auf Menschen aufmerksam machen, die im Mittel­meer ertrunken sind. Das Kunst­werk bleibt bis Dienstag auf dem Platz, ein Wachschutz ist vor Ort. Noch bis April bleiben die senkrecht stehenden Busse auf dem Neumarkt.Vor allem vor der Küste Siziliens sterben Flücht­linge seit mehr als 20 Jahren, teilte die Stadt mit. Die Gräber der toten Kinder, Frauen und Männer auf sizilia­ni­schen Fried­höfen sind die Denkmäler dieser Tragödie. Die Kunst­in­stal­la­tion auf dem Theater­platz zeigt nun bis Dienstag, 14. Februar, in einer ungewöhn­li­chen Präsen­ta­ti­ons­form ein erstes Mal Fotos dieser Gräber.90 Fotogra­fien wurden auf großfor­ma­tige Matten gedruckt und wurden auf den Platz gelegt. So entsteht der Eindruck eines Fried­hofes. Auf Tafeln hinter den Grabmatten wird die Geschichte der Flücht­lings­gräber auf Sizilien erzählt.Dresdner Friedens­preisAnlass für das Kunst­pro­jekt ist die Verlei­hung des Dresdner Friedens­preises: Zu den gezeigten Fotos auf dem Theater­platz gehört auch das des Grabes der Familie Gelardi in Agrigent. Das Ehepaar Amalia und Guiseppe Gelardi hatte im Oktober 2013 Kiflay aus Eritrea in ihrem Famili­en­grab bestattet. Das 17-jährige Mädchen war mit weiteren 367 Flücht­lingen am 3. Oktober 2013 vor Lampe­dusa ertrunken.Für ihre große mensch­liche Geste erhält das Ehepaar einen mit 2000 Euro dotierten Sonder­preis zum diesjäh­rigen Inter­na­tio­nalen Friedens­preis „Dresden-Preis“. Haupt­preis­träger ist Domenico Lucano, der als Bürger­meister von Riace in Kalabrien ein einzig­ar­tiges Modell des Willkom­mens für Flücht­linge geschaffen hat. Der Dresden-Preis wird am Sonntag in der Semper­oper verliehen.Mehr Infos zu dem Projekt.