Flüchtlingsboot kommt ans Elbufer in Dresden
Ab kommender Woche Dienstag wird ein Flüchtlingsboot am Elbufer in Dresden gezeigt. Das Projekt ist eingebettet in eine Reihe von Veranstaltungen rund um die Themen Frieden, Kultur und Stadt. Ursprünglich sollte das Boot sogar auf dem Neumarkt gezeigt werden - die Stadt hatte aus Termingründen abgelehnt. Zudem wollte man Provokationen vermeiden: "Wir wollen mit dem Schiff niemanden ärgern", sagte uns Projektleiter Tobias Heinemann. "Wir wollen natürlich aber gerne auch streiten und diskutieren." Nun wird das Flüchtlingsboot ab nächsten Dienstag (21.09.) bis Donnerstag am Elbufer gezeigt. Nach unseren Informationen wird das Boot rechtselbisch zwischen Marienbrücke und Pieschen aufgebaut, auch ein Jurte - ein großes Zelt - wird am Neustädter Hafen aufgebaut. Das Boot wird allerdings nicht im Wasser treiben, sondern an Land stehen.Auf dem Boot stehen 70 Kupfer-Statuen eines dänischen Künstlers. Das Projekt hat den Titel "Mit Sicherheit gut ankommen" - die Organisatoren von der Outlaw-Stiftung haben das Boot bereits bundesweit in mehreren Städten an der Küste und an Flüssen und Kanälen gezeigt. Warum geht ein Flüchtlingsboot auf Tour?Den Kern des Projekts bildet die Reise von zwei Schiffen mit mehreren Stationen in Hafenstädten entlang der deutschen Nordseeküste und kreuz und quer durch Deutschland über Flüsse und Kanälen, teilte die Outlaw-Stiftung mit. Wenn das Ziel Berlin am nationalen Flüchtlingstag am 30. September 2017 erreicht ist, wurden mehr als 3600 Kilometer zurück gelegt und fast 60 Schleusen passiert. 25 Städte wurden und werden angelaufen.Gezeigt wird das Boot "Al-hadj Djumaa". Dieses Schiff kam im Sommer 2013 von Nordafrika nach Lampedusa. An Bord mehr als 280 Menschen aus Eritrea und Äthiopien. Nach Dresden läuft das Schiff dann Stationen in Potsdam und Neuruppin an, bevor es dann in Berlin ankert. Mehr als 70 Kupferfiguren des dänischen Künstlers Jens Galschiøt sind an Bord. Sie zeigen Männer und Frauen aller Altersgruppen mit Gesichtszügen aus vier ethnischen Herkunftsregionen: Asien, Afrika, Südamerika und Europa. Von der Outlaw-Stiftung hieß es: "Ziel dieses sozial-kulturellen Schiffsprojektes ist es, mit diesem „Hingucker“ und mit den begleitenden Veranstaltungen und Aktionen entlang der Route Gelegenheiten zu bieten, sich mit dem Thema Flucht und Migration auf eine andere Weise als gewohnt auseinander zu setzen. Hilfsprojekte, Flüchtlingsinitiativen und Einrichtungen der Flüchtlingshilfe können sich der Öffentlichkeit präsentieren und ihre Arbeitdiskutieren lassen. Das trägt zur Transparenz der Flüchtlingsarbeit und ihrer Ziele vor Ort bei."Zu der Projektwoche rund um die Themen Frieden, Kultur und Stadt gehören außerdem Konzerte und Konferenzen - am kommenden Sonntag sind Musiker aus Jerusalem zu Gast.Mehr Informationen zur Projektwoche:http://www.dresden.de/de/kultur/veranstaltungen/frieden-kultur-stadt.php?shortcut=frieden-kultur-stadt