• Am 31.07. wurde erneut eine Flieger­bombe in der Dippser Heide gesprengt, zwei wurden davor erfolg­reich entschärft. (Foto: Redak­tion)

    Am 31.07. wurde erneut eine Flieger­bombe in der Dippser Heide gesprengt, zwei wurden davor erfolg­reich entschärft. (Foto: Redak­tion)

  • Am Antonsweg ist nach der Spren­gung ein riesiger Krater. (Foto: Redak­tion)

    Am Antonsweg ist nach der Spren­gung ein riesiger Krater. (Foto: Redak­tion)

  • Bereits am 19. März 2014: wurde eine Flieger­bombe in der Dippser Heide gesprengt. Auch in diesem Fall waren zwei weitere Bomben entschärft worden. (Fotos: dpa/Redak­tion)

    Bereits am 19. März 2014: wurde eine Flieger­bombe in der Dippser Heide gesprengt. Auch in diesem Fall waren zwei weitere Bomben entschärft worden. (Fotos: dpa/Redak­tion)

Fliegerbombe in Dippser Heide gesprengt

Zuletzt aktualisiert:

In der Dippol­dis­walder Heide sind erneut zwei Flieger­bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Es sind inzwi­schen die Bomben Nummer 22 und 23, so ein Polizei­spre­cher. Theore­tisch könnten noch fünf weitere Bomben in dem Waldge­biet liegen. Zwei briti­sche Bomber waren in dem Bereich 1945 abgestürzt, sie hatten vermut­lich jeweils 14 Bomben geladen.

Eine Bombe ist am Donners­tag­vor­mittag entschärft worden. Spreng­meister Thomas Lange brauchte gut 40 Minuten, gegen 09.50 Uhr war die Bombe entschärft. Eine zweite Bombe wurde um 12 Uhr gesprengt. Diese lag in einem Sumpf­ge­biet, Einsatz von Technik zur Entschär­fung war dort nicht möglich.

Der Antonsweg und die Dippol­dis­walder Straße waren zwischen 07.00 und 12.00 Uhr gesperrt. Evaku­ie­rungen waren diesmal aber nicht notwendig.

Bereits mehrfach Großein­satz

Im November 2013 und im März und Juni dieses Jahres mussten 50 Anwohner aus Karsdorf ihre Häuser verlassen. Außerdem wurde damals der Camping­platz Heide­müh­len­teich gesperrt. Diesmal sind keine Evaku­ie­rungen notwendig - der Wald ist aber für Spazier­gänger und Autos gesperrt.

Mehrfach Entschär­fungen und Spren­gungen

Zwei ameri­ka­ni­sche B17-Bomber waren in dem Bereich im April 1945 zusam­men­ge­stoßen und abgestürzt. Elf 250-kg-Flieger­bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind bei einer groß angelegten Aktion im November 2013 unschäd­lich gemacht worden. Im März dieses Jahres wurden zwei weitere entschärft, eine dritte musste vor Ort gesprengt werden. Im Juni wurden erneut in dem Gebiet Flieger­bomben sicher­ge­stellt.

Bereits mehrfach Großein­satz

Im November 2013 und im März und Juni dieses Jahres mussten 50 Anwohner aus Karsdorf ihre Häuser verlassen. Außerdem wurde damals der Camping­platz Heide­müh­len­teich gesperrt. Diesmal sind keine Evaku­ie­rungen notwendig - der Wald ist aber für Spazier­gänger und Autos gesperrt.

Mehrfach Entschär­fungen und Spren­gungen

Zwei ameri­ka­ni­sche B17-Bomber waren in dem Bereich im April 1945 zusam­men­ge­stoßen und abgestürzt. Elf 250-kg-Flieger­bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind bei einer groß angelegten Aktion im November 2013 unschäd­lich gemacht worden. Im März dieses Jahres wurden zwei weitere entschärft, eine dritte musste vor Ort gesprengt werden. Im Juni wurden erneut in dem Gebiet Flieger­bomben sicher­ge­stellt.

Übersicht Sperrgebiet

Übersicht Sperrgebiet





Straßen­sper­rungen

-Gesperrt ist wieder die S193 zwischen Heideweg (Karsdorf) bis zur B170 (Hafter­teich)

- K9011 zwischen Knoten S193/K9011und K9011/K90112

- Die B170 ist frei!

Straßen­sper­rungen

-Gesperrt ist wieder die S193 zwischen Heideweg (Karsdorf) bis zur B170 (Hafter­teich)

- K9011 zwischen Knoten S193/K9011und K9011/K90112

- Die B170 ist frei!

Hinter­gründe zum Bomben­fund

Im April 1945 sind zwei ameri­ka­ni­sche B17-Bomben beim Anflug auf Dresden in über 2000 m Höhe zusam­men­ge­stoßen. Nach Recher­chen von Histo­ri­kern und des Kampf­mit­tel­be­sei­ti­gungs­dienstes hatte ein Bomber bei schlechter Sicht seine Flughöhe von 6000 m verlassen, eine 360°-Wende geflogen, um Dresden bei schlechten Sicht­ver­hält­nissen ansteuern zu können.

Dabei kolli­dierte der Bomber mit einem zweiten Flugzeug. Der eine Bomber stürzte in die Dippol­dis­walder Heide, seine Bomben konnte er offenbar zuvor noch abwerfen. Trümmer­teile des Flugzeuges aus Alumi­nium wurden nach 1945 zu Küchen­ge­räten verar­beitet, die Motoren des Flugzeugs abtrans­por­tiert. Die Flieger­bomben und Munition in großer Menge einer abrückenden Panzer­di­vi­sion blieben im Wald zurück.

Bis September 2013 war der Vorfall den Behörden nicht bekannt. Histo­riker aus der Region konnten den Kampf­mit­tel­be­sei­ti­gungs­dienst auf die richtige Spur bringen und anhand von Akten und Zeugen­be­richten die genaue Anzahl der Bomben und das Geschehen aufde­cken und dokumen­tieren. Der B17-Bomber hatte demnach 14 250-kg-Bomben mit zwei mecha­ni­schen Zündern geladen. Die Bomben lagen in bis zu zwei Metern Tiefe in einem Radius von ca. einem Kilometer in der Dippser Heide verteilt.

Im September 2013 wurde nach mehrfa­chen Muniti­ons­funden von Pilzsamm­lern und Spazier­gän­gern eine großan­ge­legte Sondie­rungs­ak­tion gestartet. Dabei wurde Munition in großer Menge gefunden (Granaten, Mörser, Panzer­fäuste, Handfeu­er­waffen-Munition). Zudem stießen die Experten auf insge­samt 11 Flieger­bomben - im Frühjahr 2014 wurden dann drei weitere Bomben entdeckt.

Zwei Teams des Kampf­mit­tel­be­sei­ti­gungs­dienstes hatten im November in der größten Entschär­fungs­ak­tion, die es in Sachsen bisher gab, inner­halb von zehn Stunden die Spreng­sätze unschäd­lich gemacht.

Die Behörden hatten den Bomben­fund bis zuletzt geheim gehalten, um keine Muniti­ons­sammler anzulo­cken.