Finanzspritze für Erhalt der Frauenkirche
Die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche hat am Dienstag einen Scheck in Höhe von 61.000 Euro übergeben. Das Geld soll in die Erhaltung des Gebäudes fließen. Derzeit wird das Gotteshaus an einigen Stellen vom Salz befreit. Allerdings sei der allgemeine Zustand der Frauenkirche gut, sagte Architekt Thomas Gottschlich: "Die Sichtprüfung der Fassade belegt einen ordentlichen Allgemeinzustand und die Maßnahmen zur Entsalzung am historischen Choranbau greifen." Das hat die routinemäßige Untersuchung ergeben. Noch bis Ende August werden die Entsalzungsarbeiten dauern, solange bleibt auch das Gerüst stehen. Die Verlängerung der Arbeiten erhöht allerdings die Kosten.Befahrung ergab guten Allgemeinzustand Erstmals seit fünf Jahren war die komplette Fassade Mitte Mai wieder aus der Nähe begutachtet worden. Es kam ein Hubsteiger zum Einsatz, mit dem an der Fassade und der Kuppel der Zustand der Steine sowie Verfugungen, Verblechungen und der Blitzschutz geprüft wurde. Thomas Gottschlich zieht eine positive Bilanz: "Mit dem Gesamtzustand der Außenhaut sind wir sehr zufrieden. Besonders sorgfältig haben wir die stark bewitterten Altsteine der Gesimszone zwischen dem Treppenturm E und der Nordseite in Augenschein genommen. Dort wo wir Schalenbildungen festgestellt haben, wurden die Steine durch die Restauratoren bearbeitet. Anlass für drängende weitere Maßnahmen sehen wir derzeit nicht." Aus diesem Grund steht die nächste Befahrung plangemäß 2022 an.Entsalzung wirkt, braucht aber drei DurchgängeBei den Entsalzungsarbeiten am historischen Chorgesims ist allerdings erst Halbzeit. Nachdem Mitte Mai eine erste Kompresse aufgebracht worden war, ergaben nach Ablauf einer zweiwöchigen Standzeit Analysen an neun Probeentnahmestellen teils starke Salzbelastungen. "Wir haben die Proben sowohl qualitativ als auch quantitativ untersuchen lassen. Es wurden verschiedene Sulfate gefunden. Bei drei der neun Prüfquadrate ergab die Leitwertmessung deutlich erhöhte Salzanreicherungen. Zwei Stellen befinden sich im stark bewitterten Bereich nahe dem Treppenturm A und einer in der östlichen Mittelachse nahe des großen Risses", erklärt Thomas Gottschlich. Nach Abnahme der ersten Kompresse und auf Basis der Prüfergebnisse wurde auf Empfehlung der Restauratoren und im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege entschieden, zwei weitere Entsalzungszyklen durchzuführen. Derzeit steht die zweite Kompresse, die teilflächig aufgetragen wurde. Sie wird ab der kommenden Woche abgenommen. Die dritte, dann wieder vollflächig aufgetragene Kompresse verbleibt bis Ende Juli am Stein.Ehe danach das Gerüst zurückgebaut werden kann, stehen allerdings noch weitere Arbeiten an. "Der Oberflächenzustand des Altsteins erfordert intensivere Nacharbeiten, als wir das auf Basis der Prüfung 2013 vermutet haben. Durch das Ausbessern von Fugen und das Festigen absandender Steine wollen wir erreichen, dass keine Feuchtigkeit im Stein verharren und Schäden verursachen kann", so Gottschlich. Erfreulich sei aber, dass ein tatsächlicher Austausch von Steinen nur an einer Stelle notwendig wird.Zusätzliche Maßnahmen erhöhen die KostenDa die Arbeiten länger dauern als erwartet, werden die zunächst angesetzten 85.000 EUR nicht ausreichen. Sowohl die längere Gerüststandzeit als auch der erweiterte Auftrag an die Restauratoren erzeugt Zusatzkosten. "Wir werden nun doch mit einem knapp sechsstelligen Betrag rechnen müssen", vermutet Stiftungsratsvorsitzender Joachim Hoof. Die Maßnahmen seien aber eine wichtige Investition in die Zukunft des Bauwerks. "Die Stiftung Frauenkirche Dresden ruft daher erneut alle Freunde und Unterstützer zu einer Spende auf und dankt all jenen, die uns bei der Bewahrung des Kirchbaus helfen", sagte Joachim Hoof.Spendenkonten:• Stiftung Frauenkirche Dresden | IBAN: DE60 8508 0000 0459 4885 00 | BIC: DRES DE FF 850 | Commerzbank AG• Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V. | IBAN: DE14 8508 0000 0470 0600 00 | BIC: DRESDEFF850 | Commerzbank AG