Filmnächte vor dem Aus? Hilferuf an den Stadtrat
Seit Monaten wird in Dresden über die Neuausschreibung der Filmnächte am Elbufer gestritten. Die Stadt hatte das mit rechtlichen Vorgaben begründet. Nun haben sich die Veranstalter mit einem sehr emotionalen Hilferuf an die Stadträte gewandt.
„Heute sind wir am Ende unserer Bemühungen für den Fortbestand unseres Herzensprojekts angekommen..“, heißt es in dem offenen Brief. Und weiter: „Wir können das facettenreiche Filmnächte-Organisations-Netzwerk nicht mehr wie bisher aufrechterhalten und verlieren damit die Grundlage für die Fortsetzung der von uns
aufgebauten Filmnächte am Elbufer. Wir müssen unsere Vertragspartner daher darüber informieren, dass ein Ende der Filmnächte am Elbufer immer wahrscheinlicher wird, je länger eine langfristige Perspektive fehlt.“
Lösungen, um die Zeit bis einer Entscheidung zu überbrücken habe man derzeit keine. In dem offenen Brief weisen die Veranstalter mit Nachdruck auf die Risiken hin, die die Landeshauptstadt mit einer Neuausschreibung der Veranstaltung eingehen würde. Die Gefahr, dass Konzerte ab 2026 wegbrechen, sei extrem hoch, argumentiert Filmnächte-Chef Johannes Vittinghoff.
„Vergabe- und Patentrecht, Betonfundamente, Infrastrukturinvestitionen, Evakuationspläne oder Bauanträge sind erste Stichworte, die die Herausforderungen einer Vergabe fernab der moralischen Aspekte der Suche nach einer neuen Veranstalterfigur beschreiben“, heißt es in dem Schreiben.
Die Veranstalter fordern einen offenen Dialog mit allen Beteiligten und am Ende des Briefs wird eindringlich um eine politische Entscheidung gegen die Ausschreibung gebeten - für Filmnächte am Elbufer über das Jahr 2025 hinaus.
„Wir brauchen Ihre Unterstützung. Die Situation ist komplex. Es wurde bereits viel über Gutachten, die Rechtslage und die Zukunft der Filmnächte am Elbufer gesprochen. Wir spüren, dass die Menschen in unserer Stadt, die Politik und auch große Teile der Verwaltung dafür stimmen, die Erfolgsgeschichte Filmnächte am Elbufer weiterzuschreiben. Der aktuelle Prozess überlagert allerdings die Frage: wie soll in Zukunft eine Kino- und Konzertveranstaltung am Königsufer aussehen? Welche Entwicklungen wünschen wir uns? Welche Anforderungen stellen wir an den Veranstalter und das Netzwerk? Wie senden wir ein modernes Bild unserer Stadt in die Welt?“