Polizei ermittelt nach Großbrand, Feuerwehr löscht weiter
Der Großbrand im Industriegelände an der Königsbrücker Straße beschäftigt die Dresdner Feuerwehr auch am Montag noch. Die Einsatzkräfte hatten am Samstag zwar einen großen Schaumteppich ausgebreitet. Aber darunter seien immer noch Glutnester, so Feuerwehrsprecher Michael Klahre. Er geht davon aus, dass der Einsatz noch eine Weile andauern wird.
Am Sonntag ging es bei den Löscharbeiten im Inneren deutlich voran. Auch ein Wasserwerfer konnte aufgestellt werden. Da große Teile des Daches eingestürzt sind und tonnenschwere Beton- und Stahlteile den Weg versperren, gestalten sich die Aufräum- und Löscharbeiten als sehr schwierig.
Techno-Club bleibt von Flammen verschont
Vom Brand ist hauptsächlich die Abfallsortieranlage betroffen. Der Techno-Club „Sektor Evolution“ ist anders als befürchtet durch das Feuer selbst vermutlich verschont geblieben. Die Räume waren laut Feuerwehr von einer Brandwand abgeschottet. Allerdings könnte das Löschwasser einen erheblichen Schaden angerichtet haben.
„Der Bereich des Clubs “Sektor Evolution„ welcher sich an der südlichen Gebäudefront befindet, konnte durch den umfassenden Löschangriff der Feuerwehr gehalten und vor der kompletten Zerstörung durch die Flammen bewahrt werden“, sagte uns Feuerwehrsprecher Michael Klahre. „Ein genaues Schadensbild hinsichtlich von Begleitschäden durch Löschwasser ist jedoch noch nicht verfügbar.“ Die Halle kann vorerst nicht betreten werden, es herrscht akute Einsturzgefahr.
„Es ist keiner verletzt, aber es wird so schnell keine Party bei uns geben, falls es überhaupt nochmal möglich ist“, schrieben die Club-Verantwortlichen auf Facebook.

Bevölkerungswarnung aufgehoben
Der Brand war in der Nacht zu Samstag ausgebrochen. Die Ursache ist noch unklar. Durch eine starke Rauchentwicklung gab es eine Bevölkerungswarnung. Anwohner waren aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Klimaanlagen abzuschalten und möglichst wenig ins Freie zu gehen. Die Warnung wurde zum Montag hin aufgehoben. Allerdings ist in unmittelbarer Umgebung noch mit Brandgeruch zu rechnen.
Die Polizei hat das Objekt gegen unbefugtes Betreten gesichert. Ein Zutritt ist nach wie vor nicht möglich. Der Eigentümer des Gebäudes bereitet derzeit Maßnahmen vor, um den Mieterinnen und Mietern des Gebäudes den Zugang zu ihren Räumen zu ermöglichen. Wann ein Betreten der Räumlichkeiten möglich ist, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.
Stadt sagt Betroffenen Hilfe zu
Die Stadt will den Betroffenen schnellstmöglich helfen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert machte sich am Samstag ein Bild von der Lage und sprach mit den Betreibern. Er dankte auch der Feuerwehr für ihren Einsatz. Sie habe stundenlang gekämpft und alles getan, um den Großbrand so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen.
"Ich bin sehr froh, dass trotz der erheblichen Feuerentwicklung keine Menschen zu Schaden gekommen sind" sagte Hilbert vor Ort. "Mein Dank geht an die Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Feuerwehren und allen anderen Einsatzkräften aus dem Stadtgebiet und dem Umland. Jetzt sind Hilfe und Solidarität von uns allen gefragt. Ich stehe als Oberbürgermeister allen Betroffenen des Großbrandes zur Seite, um schnellstmöglich konkrete Hilfeleistungen anzubieten.„
Spendensammlung für "Sektor Evolution"
Für den Techno-Club "Sektor-Evolution" hat das KlubNetz Dresden auch eine Spendensammlung gestartet.
"Die Dresdner Club- und Kulturlandschaft ist seit der Nacht des 24. Juli 2022 nicht mehr dieselbe. In wenigen Stunden ging in Rauch auf, worin unzählige Menschen über Jahre und Jahrzehnte all ihre Energie und Liebe gesteckt haben", heißt es von der Initiative.
"Fast 13 Jahre lang bot der Sektor einen einzigartigen und für alle offenen Ort des Schaffens und Begegnens, das rauschende Epizentrum der elektronischen Musik, eine nicht wegzudenkende Säule der Dresdner Clubkultur. Davon zeugen nun auch die zahllosen Solidaritätsbekundungen und Hilfsangebote. In Abstimmung mit den Betreibern starten wir nun diese zentrale Spendensammlung."
Innerhalb weniger Stunden sind bereits über 13.000 Euro zusammen gekommen.
