Festival für urbane Kunst gastiert erstmals in Chemnitz
Die ehemalige Spezialmaschinenfabrik an der Lerchenstraße präsentiert sich ab Freitag als buntes Gesamtkunstwerk. Rund 100 Künstler aus 19 Ländern haben die Industriebrache mit Malerei, Graffiti und Installationen gestaltet - das Ergebnis können Besucher ab heute Nachmittag im Rahmen der sogenannten "Ibug" besichtigen. Das Festival für urbane Kunst bietet auch Führungen an. Geöffnet ist bis Sonntagabend und dann nächstes Wochenende noch einmal. "Das ist ein Traumobjekt", sagte Organisationsleiter Thomas Dietze bei einem Rundgang. Man habe große Hallen, kleine Räume und Fassaden und damit alles, was die Künstler brauchen. Finanziert wird das mit Kosten von 160.000 Euro veranschlagte Festival durch die Ticketeinnahmen, Sponsorleistungen und erstmals durch die Kulturstiftung Sachsen. Diese Förderung sei Anerkennung, sagte ibug-Sprecher Michael Lippold. Malerei und Graffiti, Illustrationen und Installationen, Müll und Multimedia - das vom Künstler Tasso aus Meerane initiierte Festival setzt keine Gestaltungsgrenzen. "Man sieht hier eine Fülle an Kunst", sagte Dietze. Umrahmt wird die Veranstaltung von Führungen, Diskussionen, einem Kunstmarkt und Partys. Die Organisatoren hoffen auf 9500 Besucher. "Dann sind wir halbwegs finanziert", sagte Dietze. Im vergangenen Jahr sei man bei Plusminus Null herausgekommen.Zwischen den beiden Festivalwochenenden werden Schüler durch das zur Kunstfabrik umgestaltete Werk geführt. 925 Jungen und Mädchen seien bislang angemeldet. Man wolle Inspiration mitgeben und so auch versuchen, einen Bildungsauftrag zu erfüllen. Das Festival findet erstmals in Chemnitz statt. Nachdem das 2006 ins Leben gerufene Festival sechsmal am Gründungsort Meerane im Landkreis Zwickau über die Bühne ging, waren die Künstler anschließend auf Industriebrachen in Glauchau, Zwickau, Crimmitschau, Plauen und zuletzt Limbach-Oberfrohna aktiv. Das Chemnitzer Areal liegt seit der Insolvenz der Spezialmaschinenfabrik GmbH 1993 brach. Gegründet hatten das Werk die Brüder Arthur und Carl Unger 1881. Die spätere Gebrüder Unger AG stellte Fleischverarbeitungsmaschinen her. Nach der Verstaatlichung zu DDR-Zeiten hieß das Werk VEB Spezialmaschinenfabrik Chemnitz.