++ EIL ++

Fernsehturm-Wiedereröffnung zu teuer

Zuletzt aktualisiert:

Am Mittwoch­mittag ist die bereits lange erwar­tete Machbarkeitsstudie zur Wiedereröffnung des Dresdner Fernsehturmes veröffentlicht worden. Die Stadt Dresden und der Freistaat Sachsen hatten nach intensiven Bemühungen des Dresdner Fernsehturmvereines das Gutachten in Auftrag gegeben. Bereits im Mai waren Ergebnisse der Studie in Auszügen bekannt geworden. Die Telekom Netz sieht demnach keine Zukunft für die Öffnung, da kein privater Investor in Sicht ist und das Projekt zu teuer sei. Das teilte die Telekom am Mittag auf ihrem Twitter­kanal mit. Laut Studie ist je nach Ausbau­va­ri­ante mit Kosten zwischen 15,5 Millionen und 61,5 Millionen Euro zu rechnen. Zudem müsse mit Kosten­schwan­kungen von 30 Prozent gerechnet werden. In der Machbar­keits­studie wurden vier verschie­dene Varianten einer Revita­li­sie­rung des Fernseh­turms unter­sucht und die poten­ti­ellen Besucher­zahlen errechnet.Variante 1a: Turmgas­tro­nomie und Besucher­platt­formVariante 1b: Gastro­nomie am Fuß des Turms und Besucher­platt­formVariante 2: Turmgas­tro­nomie, Gastro­nomie am Fuß, Besucher­platt­form und SeilbahnVariante 3: Turmgas­tro­nomie, Besucher­platt­form, Seilbahn und „Televersum" mit Museum, Kino, Plane­ta­rium etc.Im Ergebnis hat die Studie festge­stellt, dass die Varianten 2 und 3 nicht reali­sierbar sind. Sowohl die Seilbahn, als auch eine Bebauung über die derzei­tigen Fläche hinaus, würden gegen beste­hende umwelt­recht­liche Belange verstoßen und wären nicht geneh­mi­gungs­fähig, teilte die Stadt mit. Bei der Seilbahn kommt das Problem hinzu, dass immer private Grund­stücke am Hang direkt betroffen wären. Die Risiken, dass ein Vorhaben dieser Art an den recht­li­chen Rahmen­be­din­gungen schei­tert, wird als so hoch einge­schätzt, dass diese Varianten laut der Studie nicht weiter verfolgt werden sollten.Bei den Varianten 1a und 1b sind die Eingriffe in umwelt­recht­liche Belange zwar geringer, aber auch hier bestehen Risiken, die in der Studie aufge­zeigt sind.Aktuelle Stunde am Donnerstag im StadtratAm Donnerstag disku­tiert der Stadtrat in einer aktuellen Stunde über das Thema zur mögli­chen Wieder­er­öff­nung des Dresdner Fernseh­turmes. Der Fernseh­turm Verein würde zudem gerne schnellst­mög­lich einen Bürgerentscheid auf den Weg bringen. In einer nicht-repräsentativen Onlineumfrage hatten sich unserer Hörer mit großer Mehrheit für eine Wiedereröffnung ausgesprochen. Eine Petition des Fernsehturmvereines zur Wiedereröffnung hatten über 11.000 Dresdner unterzeichnet.Stellung­nahmen der Protago­nistenDeutsche Funkturm: “Die Machbar­keits­studie bestä­tigt, dass die vergan­genen Initia­tiven zur Wieder­er­öff­nung des Dresdener Fernseh­turms nicht ohne Grund geschei­tert sind. Unter den gegebenen Rahmen­be­din­gungen ist eine Wieder­er­öff­nung wirtschaft­lich nicht darstellbar."Freistaat Sachsen: „Wir haben Wort gehalten. Der Zusage, dass sich der Freistaat Sachsen für die Finan­zie­rung einer Machbar­keits­studie einsetzen wird, wurde vollum­fäng­lich entspro­chen. Auf der Grund­lage des vom Verein erstellten Exposés konnte im Herbst 2016 eine vom Freistaat Sachsen mitfi­nan­zierte Studie in Auftrag gegeben werden. Dem Verein gebührt für sein stetiges Engage­ment – auch im Namen vieler Dresdner Bürger - höchste Anerken­nung."OB Hilbert hofft auf private Spender und MäzenLandes­haupt­stadt Dresden: “Mit der Machbar­keits­studie haben wir nun eine sachliche Gesprächs­grund­lage für alle Betei­ligten aus Bürger­schaft und Politik. Ich würde mir wünschen, wenn der Verein sein großes Engage­ment auf die Frage konzen­triert, ob es wie bei anderen großen Projekten, private Spender und Mäzen gibt, die die Wieder­er­öff­nung unter­stützen würden. Eine einsei­tige steuer­fi­nan­zierte Lösung mit jährli­chen Subven­tionen aus der Stadt­kasse kann ich mir nicht vorstellen", erklärt Oberbür­ger­meister Dirk Hilbert.Finanz­bür­ger­meister warntDer Dresdner Finanz­bür­ger­meister Peter Lames warnte im Radio-Dresden-Inter­view vor Überzogen Erwar­tungen an die Kommune: "Ich sehe techni­sche Probleme und auch das Thema Folge­kosten noch nicht ausrei­chend beleuchtet. Selbst wenn Geld übrig wäre, bin ich skeptisch, so gerne ich da auch selbst mal hochfahren möchte."Hier ist die Machbar­keits­studie abrufbar (PDF).

Audio:

Finanz­bür­ger­meister Lames hören