Falsche Corona-Atteste: Ermittlungen gegen Ärztin

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Eine Ärztin aus dem Raum Dresden soll Gefälligkeits-Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt haben. Sie habe Sammeltermine organisiert, bei denen sie die Scheine im Minutentakt ausgab - für jeweils mindestens 25 Euro, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Die Ärztin soll außerdem Patienten bestätigt haben, dass sie nicht gegen Corona geimpft werden dürfen. Die Ärztin soll dafür insgesamt mindestens 60.000 Euro kassiert haben. Praxis und Wohnung wurden durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Medizinerin in mehreren Bundesländern bis nach Schleswig-Holstein agierte. Dabei soll sie mit Heilpraktikern und Bestattungshäusern kooperiert und sie am Gewinn beteiligt haben. Bundesweit wurden mehr als 80 Objekte durchsucht - davon vier in Sachsen und neun in Brandenburg. Mehr als 300 Atteste wurden beschlagnahmt. 

Ermittelt wird in dem Zusammenhang auch gegen vier Bedienstete der Polizei Sachsen, die sich falsche Atteste ausstellen ließen.

In Anbetracht des Umfangs der Tatvorwürfe wurde in der Polizeidirektion Dresden die Ermittlungsgruppe „Atteste“ gegründet. Diese besteht aus derzeit sieben Beamten.

"Die Ermittlungsgruppe wird auch die Bearbeitung der vielen Folgeverfahren wahrnehmen, die gegen die Inhaber der Atteste wegen des Verdachts der Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse sowie gegen die Organisatoren der Sammeltermine wegen des Verdachts der Beihilfe zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse zu führen sind" sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.