Explosionsgefahr in Wohnhaus in Struppen
Polizei und Rettungskräfte sind am Dienstagabend zu einem Großeinsatz in Struppen angerückt. Ein 27-Jähriger hatte sich in seiner Wohnung am Lilienring verbarrikadiert. Seine Mutter hatte die Polizei alarmiert. Er hatte eine Schusswaffe und Chemikalien bereitliegen.
Messgeräte der Feuerwehr zeigten zudem eine lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Konzentration an. Das Haus wurde evakuiert. Spezialkräfte konnten den 27-Jährigen am frühen Mittwochmorgen nur noch tot bergen. In der Wohnung entdeckten sie Materialien, die zur Herbeiführung eines Brandes oder Explosion dienten. Laut Polizei war einige Tage zuvor die Garage des Mannes an der Rottwerndorfer Straße in Pirna in Flammen aufgegangen. Andere Anwohner sind nicht verletzt worden. Zum Motiv und den genauen Umständen in beiden Fällen ermittelt die Polizei.
Die vollständige Mitteilung der Dresdner Polizei lesen:
Polizeieinsatz in Struppen
Zeit: 20.11.2018, 18.35 Uhr bis 21.11.2018, 05.00 Uhr
Ort: Struppen
Gestern Abend wandte sich die Mutter eines 27-Jährigen an die Polizei. Sie äußerte den Verdacht, dass sich ihr Sohn hilflos in seine Wohnung am Lilienring befinden könnte. Für die Polizei begann damit ein mehrstündiger Einsatz. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stellten sie fest, dass sich der 27-Jährige in
seiner Wohnung verbarrikadiert hatte. Als die Beamten einen Blick in die Wohnung werfen konnten, sahen sie eine Person auf dem Bett liegen. In dessen Reichweite befanden sich augenscheinlich Schusswaffen und Behältnisse mit Chemikalien. Zudem schlugen die Gaswarngeräte der Rettungskräfte an, so dass von einer
lebensgefährlichen Konzentration von Kohlenmonoxid auszugehen war. Die Einsatzkräfte zogen sich daher zunächst zurück und forderten Spezialkräfte des sächsischen Landeskriminalamtes sowie der Feuerwehr an. Gleichzeitig evakuierten sie vorsorglich alle Bewohner des betroffenen Mehrfamilienhauses. Nachdem die Gaskonzentration minimiert werden konnte, betraten Einsatzkräfte mit Schutzausrüstung die Wohnung. Sie konnten den 27-Jährigen nur noch tot feststellen. Bei der Überprüfung der Wohnung stellten Polizisten mehrere Gerätschaften sicher, die augenscheinlich zur Herbeiführung eines Brandes bzw. Explosion geeignet waren und zu diesem Zweck auch hergestellt wurden. Die Ermittlungen zu den Umständen des Todes sowie der Herkunft der Waffen und Chemikalien dauern an. Die Ermittler prüfen zudem einen Zusammenhang zum Brand einer Garage an der Rottwerndorfer Straße in Pirna, dessen Mieter der 27-Jährige war. Aus bisher nicht geklärter Ursache war es in der Nacht zum Freitag zum Ausbruch eines Brandes gekommen. Die Garage brannte dabei vollständig aus. Durch das Feuer wurden auch die beiden benachbarten Garagen und ein darin abgestellter Pkw Wartburg in Mitleidenschaft gezogen. Personen kamen nicht zu Schaden.