• (Symbol­bild: Archiv/Schlös­ser­land)

    (Symbol­bild: Archiv/Schlös­ser­land)

Experte soll Missbrauchsfälle bei Dresdner Parkeisenbahn aufarbeiten

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Die Missbrauchs­fälle bei der Dresdner Parkei­sen­bahn sollen jetzt von einem unabhä­nigen Experten aufge­ar­beitet werden. Der frühere sächsi­sche Daten­schutz­be­auf­tragte Thomas Giesen wurde damit von der staat­li­chen Schlös­ser­ver­wal­tung beauf­tragt, berichtete am Freitagnachmittag die Sächsische Zeitung. Schlösserland-Sprecher Uli Kretzschmar bestätigte uns auf Anfrage die entsprechende Entscheidung. Zudem sei bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Vertuschungsverdacht erstattet worden.

Giesen soll auch länger zurück­lie­gend Verdachts­fälle unter­su­chen. Im vergangenen Jahr war der Fall eines über Jahre missbrauchten Jungens bekannt geworden, der Täter nahm sich das Leben.

Auch weitere Verdachts­fälle stehen im Raum. Eine umfassende SZ-Recherche führte zu neuen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Auch eine Elternintiative hat sich gegründet, die Austausch ermöglichen und bei der Entwicklung eines Kinderschutzprojektes unterstützten will.

State­ment vom Schlös­ser­land Sachsen

Die Staat­liche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) hat vor einigen Tagen aufgrund des Artikels „Keine Notbremse im System“ vom 10. Februar 2017 in der Sächsi­schen Zeitung bei der Staats­an­walt­schaft Dresden Anzeige erstattet wegen des Verdachts der Vertu­schung einer Straftat. Über ein laufendes Verfahren wird SBG keine Auskünfte mehr geben.

Unabhän­gige Unter­su­chung

Darüber hinaus hat der Geschäfts­führer von SBG, Dr. Chris­tian Striefler in Abstim­mung mit dem Aufsichts­rats­vor­sit­zenden von SBG, Herrn Dr.Dr. Michael Antoni, Rechts­an­walt Dr. Thomas Giesen beauf­tragt, die teilweise schon länger zurück­lie­genden  Vorgänge bei der Parkei­sen­bahn zu unter­su­chen und aufzu­ar­beiten. Dr. Thomas Giesen war von 1992 bis 2003 sächsi­scher Daten­schutz­be­auf­tragter und ist sehr erfahren in Fragen des Daten­schutzes, des Straf­rechts und des Arbeits­rechts.

Herr Giesen soll insbe­son­dere klären, was genau wann passiert ist, wer davon gewusst hat und wie das Handeln der Personen beim Förder­verein, bei den Parkei­sen­bah­nern, bei SBG Beschäf­tigten und den Eltern zu bewerten ist.  Dazu werden alle bei SBG beschäf­tigten Personen angewiesen, Herrn Giesen alle ihn inter­es­sie­renden Infor­ma­tionen zur Verfü­gung zu stellen und sich von ihm befragen zu lassen. Ebenso wird der Vorstand des Förder­ver­eins und auch Shukura gebeten, Herrn Giesen bei seiner Unter­su­chung zu unter­stützen.

Abschluss­be­richt soll vor neuer Parkei­sen­bahn­saison vorliegen

Wie lange die Abfas­sung des Berichts dauern wird, kann heute noch nicht einge­schätzt werden. Der Bericht soll aber deutlich vor Saison­er­öff­nung der Parkei­sen­bahn vorliegen und dem Aufsichtsrat, dem Gesell­schafter, den Eltern der Parkei­sen­bahner und der Öffent­lich­keit bekannt gemacht werden, sofern die Ergeb­nisse nicht mit dem Daten­schutz und dem Opfer­schutz kolli­dieren.

Ebenfalls deutlich vor Beginn der Saison der Parkei­sen­bahn werden vorläu­fige Maßnahmen zum Kinder­schutz, aber auch zur Organi­sa­tion des Betriebes in der Zusam­men­ar­beit von Parkei­sen­bahn, Förder­verein und Eltern erarbeitet. Unabhängig davon arbeitet SBG weiterhin mit dem Partner Shukura und weiteren Experten an einem nachhal­tigen Kinder­schutz­kon­zept.

Erst nach Vorliegen des Unter­su­chungs­be­richts wird sich SBG zu Fragen in diesem Zusam­men­hang äußern können.