Experte sieht kaum Chance für Pegida-Demo-Verbot
Wegen der Hetzreden belgischer Rechtsextremisten droht dem Pegida-Bündnis ein Verbot ihrer Demonstrationen in Dresden. Oberbürgermeister Dirk Hilbert lasse mögliche rechtliche Auswirkungen prüfen, sagte Stadtsprecher Kai Schulz am Mittwoch. Zuvor hatte die Sächsische Zeitung darüber berichtet. "Inhalt dieser Prüfung ist die Frage, ob die Ermittlungen der Polizei zu den Reden bei der Pegida-Demonstration wegen Volksverhetzung möglicherweise Auswirkungen auf die versammlungsrechtliche Einschätzung der Stadt haben", sagte er. Wann und mit welchem Ergebnis die Prüfung abgeschlossen sein werde, könne noch nicht gesagt werden. Die Polizei ermittelt seit Montagabend wegen Volksverhetzung, nachdem Anke Van Dermeersch und Filip Dewinter von der rechtsextremen Partei Vlaams Belang vor mehreren Tausend Pegida-Anhängern gegen den Islam gehetzt hatten. Laut Polizei werden die Reden der beiden noch ausgewertet. Ob darin strafbare Handlungen zu sehen seien, müsse die Staatsanwaltschaft entscheiden. Pegida will indes am kommenden Montag wieder auf dem Theaterplatz vor der Semperoper demonstrieren. Am Montag vor Weihnachten soll dort auch ein Adventslieder-Singen stattfinden. Zeitgleich will dort aber auch das Bündnis "Herz statt Hetze" demonstrieren.Staatsrechtler sieht keine Chance für VerbotDer Staatsrechtler und Grundgesetz-Kommentator Prof. Dr. Christian Pestalozza von der FU Berlin gibt einem Verbot geringe Chancen. Das sei das allerletzte Mittel, weil wir in Deutschland grundsätzlich eine Versammlungsfreiheit hätten, sagt Pestalozza. Wahrscheinlicher seien Einschränkungen der Pegida-Demos – z.B. die Verbannung aus der Innenstadt oder zeitliche Beschränkungen.Demo-Verbot bei Pegida? Staatsrechtler Pestalozza im Interview hören: