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Erster Verhandlungstag beim Love-Scamming Prozess in Dresden

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Seit Donnerstag Morgen stehen drei Männer und eine Frau aus Nigeria wegen Liebesbetrug, also Love-Scamming, vor dem Dresdner Landgericht. Die mutmaßlichen Täter sind zwischen 24 und 27 Jahre alt und sollen einer kriminellen Bande angehören, die über Online-Plattformen mit frei erfundenen Geschichten emotionale Beziehungen vorgetäuscht hat, um an Geld der Opfer zu kommen. Am Donnerstag war der erster Prozesstag in Dresden.

Die Verlesung der Anklageschrift dauerte über eine Stunde, danach wurden weitere Details bekannt. So sollen die vier Angeklagten selbst nicht aktiv mit ihren Opfern geschrieben haben, sondern für die Bande Konten in ganz Europa angelegt haben, auf die die Opfer Geld überwiesen haben.

Zu den Betrogenen gehören auch zwei Frauen aus Dresden und eine Frau aus Pirna, die zum Teil über 20.000 Euro auf die Konten überwiesen haben.

Andere Opfer kommen unter anderem aus Schweden, Belgien oder Österreich. Insgesamt sind 39 Fälle angeklagt, es entstand ein Schaden von über 400 000 Euro.

Im Raum stehen Freiheitsstrafen für die Angeklagten von bis zu vier Jahren. Drei der vier Nigerianer könnten allerdings auch noch Jugendstrafrecht verurteilt werden, da sie beim Anlegen der Konten noch nicht 21 Jahre alt waren.

Die Beschuldigten wurden zwischen Juni und September 2024  festgenommen. Sie befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Verhandlung wird Anfang September fortgesetzt. Am dritten Prozesstag sind dann auch Zeugen geladen.