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Erneut tausende Menschen bei Demos in Chemnitz

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In Chemnitz haben sich am Freitagabend erneut tausende Menschen an Demonstrationen beteiligt. Mehr als 2.300 folgten nach Schätzungen der Polizei einem Aufruf der rechten Bürgerbewegung Pro Chemnitz. Die Menge protestierte gegen Ausländerkriminalität und die Asylpolitik der Bundesregierung. Die Menschen riefen lautstark "Merkel muss weg" und "Das ist unsere Stadt". Die Medien wurden mit "Lügenpresse" bedacht. An die Polizei erging der Ruf "Polizei - reiht euch ein!" An einer Gegendemo linker Gruppen beteiligten sich laut Polizei rund 1.000 Menschen. Dort gab es Rufe wie "Deutschland verrecke" und "Nazis raus!". Die Polizei erhielt diesmal Unterstützung aus Thüringen, Berlin, Bayern, Hessen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und der Bundespolizei. Insgesamt waren 1.300 Beamte vor Ort, darunter Reiterstaffeln, Hubschrauber, Wasserwerfer und Räumpanzer. Es blieb ruhig, Verletzte gab es keine. Es wurden sechs Verstöße gegen das Vermummungsverbot registriert. Nahezu gleichzeitig zu den Demos spielten die Chemnitzer Theater ein kostenloses Open-Air-Konzert gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Rund 5.000 Menschen kamen dazu vor das Opernhaus. Wegen eines heftigen Wolkenbruchs wurde das Konzert für eine Viertelstunde unterbrochen. Die Besucher blieben und zogen Regenponchos über. Alle Veranstaltungen verliefen laut Polizei störungsfrei. Anlass der vielfältigen Aktionen ist der Tod eines Deutschen, der am Rande des Stadtfestes erstochen worden war. Als tatverdächtig gelten drei Männer aus Syrien und dem Irak. Zu den ersten Demos hatten unter anderem Hooligan-Gruppen mobilisiert, die mit ihrer Aggressivität laut sächsischem Verfassungsschutz den Ton angegeben hatten.