Erneut Bauerndemo in Dresden
Am Donnerstag wird es rund um den Landtag eng. Bauern aus Dresden und dem Umland haben erneut eine Demonstration angekündigt. Den ganzen Tag wollen rund 1.000 Landwirte mit ihren Traktoren zwischen Marienbrücke und Bernhard-von-Lindenau-Platz protestieren und den Verkehr blockieren.
Wie uns Mitorganisator Marc Bernhardt von der Initiative Land schafft Verbindung Sachsen e.V. gesagt hat, wurden rund 500 Traktoren für die Demo angemeldet. Mittlerweile erwarten die Organisatoren zwischen 800 und 1.000 Landmaschinen.
Ab 8 Uhr sollen sich seinen Angaben nach die Landwirte mit ihren Maschinen rund um den Landtag einfinden. Geparkt werden die tonnenschweren Gefährte laut Bernhardt auf der Devrienstraße zwischen der Marienbrücke und Landtag.
Bereits ab 7 Uhr werden das Terrassenufer zwischen Steinstraße und Bernhard-von-Lindenau-Platz, die Fahrbahn am Bernhard-von-Lindenau-Platz und die Devrientstraße zwischen Bernhard-von-Lindenau-Platz und Kleiner Packhofstraße gesperrt.
Nach einer Sitzung des Agrarausschusses im Landtag soll es auch Kundgebungen geben. Gegen 16 Uhr löst sich Demonstration dann auf.
„Im Ausschuss erklären Experten - also Hydrologen, Geologen und Bodenkundler den Landtagsfraktionen - worum es beim Thema Nitrat geht.“ - Marc Bernhardt / Landwirt aus Freital
Laut EU-Grundwasserrichtlinie darf der Wert von 50 mg Nitrat je Liter nicht überschritten werden. In einigen Gebieten in Sachsen liegen die Messewerte aber darüber. Marc Bernhardt von der Initiative "Land-schafft-Verbindung" kennt die Zahlen, sieht aber einen Grund dafür in der geologischen Besonderheit des Freistaates.
"Viele Messstellen liegen in Tallagen. Wenn also ein Landwirt oder jemand anderes auf dem Berg oben zu viel Stickstoffdünger raus fährt, sickert der dann natürlich mit ins Tal."- Marc Bernhardt / Landwirt aus Freital
Laut ihm würde der Bauer, auf dessen Grundstück die Messstelle steht, dafür verantwortlich gemacht. Das würde so nicht funktionieren.
Viele Landwirte sehen sich bei den zu hohen Nitratwerten im Grundwasser zu unrecht an den Pranger gestellt.
Sie wollen weiter ihrem Unmut über die neue Düngemittelverordnung Ausdruck verleihen. Die Bundesregierung will mit der neuen Richtlinie eine Geldstrafe der EU verhindern. Dem Europäischen Gerichtshof zufolge, würde Deutschland seit Jahren die Nitrat Richtlinie verletzen. Am 3. April sollen die Länder im Bundesrat darüber abstimmen.
Das Umweltbundesamt informiert auf seiner Seite über Nitrat im Grund- und Trinkwasser und Richtlinien.
Zum Teil Unterstützung aus der Politik
Viele sächsische Politiker unterstützen die Forderungen der Bauern. So zum Beispiel auch Frank Müller-Rosentritt. Er ist Mitglied des deutschen Buntestages.
„Die Landwirte haben mit ihrem Anliegen unsere volle Unterstützung. Sachsen darf dem Agrarpakt in jetziger Form im Bundesrat keinesfalls zustimmen.“ - FDP-Landesvorsitzender Frank Müller-Rosentritt
Die Stadt Dresden informiert über Straßensperrungen
In der Dresdner Innenstadt kommt es am Donnerstag zu Verkhersbehinderungen. So ist die Devrienstraße ab der Auffahrt zur Marienbrücke sowie die Straße am Zwingerteich nur einspurig befahrbar.
Von 7 bis 16 Uhr sind folgende Straßen gesperrt:
- Terrassenufer zwischen Steinstraße und Bernhard-von-Lindenau-Platz
- Fahrbahn des Bernhard-von-Lindenau-Platzes
- Devrientstraße zwischen Bernhard-von-Lindenau-Platz und Kleiner Packhofstraße