Ermittlungen nach Auseinandersetzung in Straßenbahn in Gorbitz
Die Dresdner Polizei ermittelt zu einer Auseinandersetzung in einer Straßenbahn der Linie 7. Fahrscheinkontrolleure und ein Fahrgast gerieten am Donnerstagnachmittag in Gorbitz am Merianplatz aneinander.
In den sozialen Medien schilderte ein Augenzeuge seine Beobachtungen, demnach sei ein ausländischer Fahrgast zunächst mehrfach kontrolliert und dann bei einem Handgemenge geschlagen worden. Der beteiligte Kontrolleur widersprach dieser Darstellung: der Fahrgast habe bei einer Fahrgasterhebung sein Ticket nicht vorgezeigt und dann um sich geschlagen, als er aus der Bahn gebracht werden sollte. Der Kontrolleur habe einen Faustschlag und eine Kopfnuss abgekommen.
Ein Sprecher der Dresdner Polizei sagte auf Anfrage, man müsse den Sachverhalt in Ruhe aufklären, sowohl der betroffene Fahrgast als auch die Kontrolleure hätten Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Die DVB verwiesen auf Anfrage auf die Polizei.
Der Augenzeuge hatte in den sozialen Medien ein schriftliches Protokoll seiner Beobachtungen veröffentlicht und den Vorfall so kommentiert: "Einen so erschreckenden & skandalösen Fall von offenem Rassismus & Gewalt der Kontrolleure, wie ich ihn vorhin miterleben musste, ist mir noch nicht begegnet! Nicht in 31 Jahren & nicht in fast 6 Jahren, die ich nun in Dresden lebe." Die DVB sicherten per Twitter zu, der Sache nachzugehen und schrieben: "Sie können versichert sein, dass jede Beschwerde, Hinweise und weitere Kritik von uns ernst genommen wird. Wir werden uns darum kümmern." Der Kontrolleur betonte bei uns im Gespräch, nicht rassistisch zu sein. Der Fahrgast habe sich der Kontrolle entziehen wollen und um sich geschlagen.
(Redaktioneller Hinweis: Artikel wurde am Vormittag um neue Informationen ergänzt. Die Dresdner Polizei will am Freitag auch eine Pressemeldung veröffentlichen.)