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Ermittler: Vor Entführung von Anneli Supermarktkette erpresst

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Der mutma­ß­liche Entführer und Mörder der 17-jährigen Anneli-Marie ist nach Überzeu­gung von Ermitt­lern zuvor mit der Erpres­sung einer Super­markt­kette um 1,2 Millionen Euro geschei­tert. Polizisten in Baden-Württem­berg sind sicher, dass Markus B. bei der Lidl-Stiftung am 28. und 31. Juli angerufen hat. Ein Experte habe sich nach dem Vergleich der teils aufge­zeich­neten Telefo­nate schnell festge­legt, dass es derselbe Mann wie im Fall Anneli ist, sagte der Heilbronner Krimi­nal­ober­kom­missar Kurt Hammer am Donnerstag vor dem Landge­richt Dresden. Auch Norbert K., mutma­ß­li­cher Komplize bei der Entfüh­rung, habe B. als Anrufer identi­fi­ziert.Die Männer sind wegen erpres­se­ri­schen Menschen­raubes mit Todes­folge angeklagt, B. zudem wegen Mordes. Der 40-Jährige und der 62 Jahre alte K. sollen die Unter­neh­mer­tochter am 13. August 2015 nahe ihres Eltern­hauses in Robschütz (Landkreis Meißen) verschleppt und von ihrem Vater 1,2 Millionen Euro Lösegeld gefor­dert haben. B. verlangte dabei die unmög­liche Überwei­sung per online. Anneli-Marie wurde am Tag darauf im Versteck der Entführer in einem Nachbarort erdros­selt - mit zwei Kabel­bin­dern und einem Spann­gurt.Drei Wochen zuvor hatte der Super­mark­ter­presser mit präpa­rierten Produkten in Filialen und einer „Äther­bombe“ gedroht. Der Konzern sollte ein Offshore­konto in Malta einrichten und nach erfolgter Überwei­sung eine Anzeige in der „Stutt­garter Zeitung“ mit folgendem Wortlaut aufgeben: „Für Onkel Meier alles Gute mit Konto­nummer“. Als ihm die Dame sagte, dass ihre Firma solche illegalen Trans­ak­tionen nicht tätigt, legte er auf - und meldete sich nicht wieder.Nachdem die Heilbronner Ermittler am 18. August zufällig im Radio vom Fall Anneli hörten, kontak­tierten sie die Dresdner Kollegen - wegen „der Dupli­zität der Forde­rungen“ hinsicht­lich der Summe und der Modali­täten des Geldtrans­fers, wie Hammer vor Gericht erklärte. Auch die Herkunft der Anrufe - von der Telefon­zelle an der Raststätte Vogtland-Nord an der Autobahn 72 und einem im Bereich Erlangen einge­loggten Handy mit falscher Identität - passten zu dem Beschul­digten. „Er hat dazu nichts gesagt“, schil­derte der Kommissar.(DPA)