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Erich-Kästner-Preis geht an Natalija Bock

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Der Geburtstag von Dresdens wohl bekanntesten Schriftsteller, dem Kinderbuchautor Erich Kästner, jährt sich am Freitag zum 125. Mal. Passend dazu wurde am Donnerstag die diesjährige Preisträgerin des „Erich Kästner Preises“ vom Dresdner Presseclub vorgestellt. Die Auszeichnung geht an Natalija Bock.

Die gebürtige Ukrainerin lebt mit ihrer Familie seit 26 Jahren in Dresden. Sie organisierte schon lange vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine mit Freunden ehrenamtlich Hilfstransporte in ihr Heimatland. Seit Kriegsbeginn wurde sie zum Dreh- und Angelpunkt für Geflüchtete aus der Ukraine. Sie hilft beispielsweise bei der Vermittlung von Arbeits- oder Kitaplätzen und ist Schnittstelle zu Kommunal- und Landespolitik. Bock wurde schnell Ansprechpartnerin für alle Hilfe-Suchenden und Hilfe-Bietenden – und sei es bis heute, begründete der Presseclub seine Wahl. 

„Natalija Bock erfüllt das, was der Presseclub mit dem Erich-Kästner-Preis auszeichnet und für eine freiheitliche, demokratische und menschliche Gesellschaft als vorbildlich hervorheben will: Sie hat sich mit ihrem Engagement für Humanität nicht nur um diese Stadt verdient gemacht, sie hat Maßstäbe gesetzt für Andere. Sie ist längst zum Anlauf- und Treffpunkt für alle geworden, die sich für Ukrainer und Ukrainerinnen engagieren wollen - aber auch für jeden - egal welcher Nationalität - der mittun will für ein friedliches Miteinander“, betonte Tobias Wolf, Vorsitzender des Dresdner Presseclubs.

Bock zeigte sich über die Auszeichnung erfreut. „Ich werde sie allen Menschen widmen, die mir helfen Gutes zu tun und die sich mit mir in Dresden und Sachsen für Schutzsuchende einsetzen. Der Preis gibt Kraft und ist eine Motivation für uns alle“, erklärte die Preisträgerin.

Der Festakt zur Preisverleihung soll im August auf Schloss Albrechtsberg stattfinden. 

Der Presseclub Dresden vergibt den Kästner-Preis seit 1994 an Persönlichkeiten, die sich um den Gedanken der Humanität, der Toleranz und der Völkerverständigung verdient gemacht haben. Die Wahl erfolgt alle zwei Jahre.

Die Auszeichnung ist mit einer Skulptur des Bildhauers Vinzenz Wanitschke und dem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro verbunden. Der Preisträger spendet das Geld für künstlerische, kulturelle oder karitative Projekte.

Bisherige Preisträger waren unter anderem Marion Gräfin Dönhoff, Richard von Weizsäcker, Hans-Dietrich Genscher und Dieter Hildebrandt. 2022 wurde Teresa Enke, Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung, geehrt. (mit dpa)