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Erhöhte Sicherheits­vor­kehrungen zu Innenminis­ter­konferenz in Dresden

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Unter erhöhten Sicher­heits­vor­keh­rungen beginnt am Montag in Dresden die dreitä­gige Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz. Vor dem Inter­na­tio­nalen Congress Center Dresden (ICD) sind bis Montag­mittag Beton­sperre aufge­baut worden. Die Polizei sichert den Tagungsort verstärkt ab. Diese Themen werden von den Innen­mi­nis­tern disku­tiert:Bundes­in­nen­mi­nister Thomas de Maizière (CDU) hat einheit­liche Regeln in Bund und Ländern bei der Terror­be­kämp­fung gefor­dert. "Es darf in Deutsch­land nicht zwei Zonen unter­schied­li­cher Sicher­heit geben", sagte der CDU-Politiker vor Beginn der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz (IMK) im ARD-Morgen­ma­gazin. Der Konfe­renz­vor­sit­zende, Sachsens Ressort­chef Markus Ulbig (CDU), warnte vor einem "Flicken­tep­pich" bei der Terror­ab­wehr. Beide sprachen sich für verbind­li­chere Abspra­chen und eine Vernet­zung der Compu­ter­sys­teme der Sicher­heits­be­hörden der Länder aus. Dass drei Bundes­länder - Berlin, Bremen und Nordrhein-Westfalen - bisher keine Kontrollen im Rahmen der Schlei­er­fahn­dung zulassen, nannte Bayerns Innen­mi­nister Joachim Herrmann (CSU) in der "Rheini­schen Post" eine "eklatante Sicher­heits­lücke, die unbedingt geschlossen werden muss". Die stell­ver­tre­tende CDU-Vorsit­zende Julia Klöckner sprang ihm bei. Die Forde­rung sei "absolut richtig".  Auf Antrag Sachsens, Bayerns und Sachsen-Anhalts will sich die IMK für eine bundes­weite Einfüh­rung der Schlei­er­fahn­dung einsetzen. Diese verdachts­un­ab­hän­gigen Polizei­kon­trollen sind bislang auf einen 30-Kilometer-Gürtel hinter den Bundes­grenzen beschränkt, sollten laut Herrmann aber auch auf die Umfelder von Flughäfen, Bahnhöfen und Rastplätzen ausge­weitet werden.  Herrmanns Forde­rung, bei der Überwa­chung der islamis­ti­schen Szene durch den Verfas­sungs­schutz gegebe­nen­falls auch vor Kindern nicht Halt zu machen, stößt dagegen auf der SPD-Seite auf entschie­denen Wider­spruch. "Das ist generell für uns undenkbar", sagte der rhein­land-pfälzi­schen Innen­mi­nister Roger Lewentz (SPD) im Deutsch­land­funk. Neben Herrmann hatte sich auch Ulbig dafür asuge­spro­chen. "Wir müssen Frauen und Minder­jäh­rige beson­ders schützten. Da brauchen wir eine verbes­serte Erkennt­nis­lage, um zu erfahren, wie sie sich radika­li­sieren, um dann gezielt Präven­ti­ons­maß­nahmen anzubieten", sagte er der Deutschen-Presse-Agentur. Ein weiterer Schwer­punkt des Innen­mi­nis­ter­tref­fens sollte die Cyber-Sicher­heit sein. Hier unter­stützte Nieder­sach­sens Innen­mi­nister Boris Pisto­rius (SPD) die baden-württem­ber­gi­sche Forde­rung nach gemein­samen Übungen von Bund und Ländern. Es sei notwendig, „dass sich unser Land auf solche Vorfälle viel inten­siver als bisher vorbe­reitet“, sagte er der „Neuen Osnabrü­cker Zeitung“ zur Begrün­dung. Der Stutt­garter Innen­mi­nister Thomas Strobl (CDU) hatte der dpa gesagt: „Wir müssen das Zusam­men­spiel im Bereich der Cyber­ab­wehr möglichst rasch üben.“ Der CDU-Bundes­vize verwies auf den Erpres­sungs­tro­janer „WannaCry“, der kürzlich weltweit Unter­nehmen lahmge­legt hatte.