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Erfolgreicher Abschluss bei der Wassersprung-EM in Rostock

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Martin Wolframs Comeback-Gold und das Sieges-Abo für das Synchron-Duo Patrick Hausding/Sascha Klein haben für ein versöhn­li­ches deutsches Ende der Wasser­sprung-EM in Rostock gesorgt. Nach mageren Tagen und langer persön­li­cher Leidens­zeit polierte Wolfram mit seinem grandiosen Sieg vom Turm die Bilanz ebenso auf wie Hausding/Klein. Die Weltmeister schafften ihren achten EM-Titel in Serie. Hausding ist mit zwölf EM-Titeln und 26 Medaillen insge­samt nun der erfolg­reichste europäi­sche Springer überhaupt. „Super, das ist ein tolles Gefühl“, sagte er. Tina Punzel und Nora Subsch­inski überzeugten als Zweite vom Drei-Meter-Brett, Punzel wurde zudem Dritte im Einzel.„In den olympi­schen Diszi­plinen waren wir bei den Männern stark. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, dass sie auch an den negativen Erleb­nissen gewachsen ist.“, sagte Chefbun­des­trainer Lutz Buschkow. Hausding/Klein lagen nach einer fast fehler­freien Vorstel­lung 22,26 Punkte vor ihren russi­schen Haupt­kon­kur­renten Roman Ismailow/Victor Minibajew. „Der Vorkampf war noch durch­wachsen, im Finale waren wir da. Jeder hat das achte Gold erwartet, das hat es schwierig gemacht“, erklärte Hausding, der vom Drei-Meter-Brett nur Fünfter geworden war.Tina Punzel verpasste vom Drei-Meter-Brett den Sieg um 19,30 Punkte - Tania Cagnotto sicherte Italien einen Olympia- Quoten­platz für Rio 2016. „Wenn man nach dem dritten Sprung vorn liegt, liebäu­gelt man mit mehr. Aber meine Schluss­sprünge muss ich verbes­sern“, sagte sie. Insge­samt holten die deutschen Wasser­springer sechs Medaillen (2-2-2) - der Minus­re­kord seit der Wieder­ver­ei­ni­gung datiert von 1991 (2-1-3). 2014 und 2013 waren es noch jeweils zehn gewesen. Nach dem Reise­stress der vergan­genen Monate durch drei Konti­nente denkt Buschkow über eine andere Wettkampf­pla­nung in der Olympia-Saison 2016 nach. Nun soll erstmal vor der WM in Kasan Ende Juli trainiert und regene­riert werden.Beim emotio­nalen EM-Höhepunkt vergoss Wolfram in den Armen seiner Freundin und bei der Sieger­hymne Tränen des Glücks. Als Turm-Primus meldete sich der 23 Jahre alte Dresdner nach fast dreijäh­riger Leidens­zeit zurück. „Ich denke, ich habe einigen Angst gemacht. Ich bin in einer Super­form, die ich auch halten kann“, sagte er.Mit persön­li­cher Bestleis­tung von 575,30 Punkten lag er klar vor Titel­ver­tei­diger und Topfa­vorit Minibajew aus Russland. Für seinen letzten Sprung, einem vierein­halb­fa­chen Salto, gaben die Kampf­richter gleich sechsmal die Traum­note zehn. In Abwesen­heit des WM-Dritten Klein holte Wolfram nun seinen ersten großen Titel und sicherte Deutsch­land zugleich einen fixen Olympia-Quoten­platz für Rio.Während des Olympia-Finales 2012 hatte er sich gleich zweimal die Schulter ausge­ku­gelt und den Wettkampf trotzdem auf Platz acht beendet. „Wir haben ihn in London rausge­fischt und dann das...“, sagte ein emotio­naler Buschkow.Wolframs Punkt­zahl hätte in London sogar für den Olympia­sieg gereicht, aller­dings waren die EM-Kampf­richter teils großzügig mit ihren Noten. Nach London war Wolfram mehrfach operiert worden. Zwischen­durch war der Sport­soldat sogar zum Bretts­pringer umgeschult worden, da die Schul­tern lange die Belas­tung eines Sprungs von der Zehn-Meter-Platt­form nicht aushielten. 2013 war er dann EM-Zweiter und WM-Achter vom Ein-Meter-Brett geworden.Punzel/Subsch­inski überzeugten hinter den Siege­rinnen Tania Cagnotto/Francesca Dallape' (Italien). „Wir haben auf eine Medaille gehofft, dass es Silber wurde, ist super“, sagte Subsch­inski. Sie schei­terte im Einzel-Vorkampf.(dpa)