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Landtag-Architekt Peter Kulka ist tot

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Große Trauer um den Dresdner Star-Architekten Peter Kulka. Wie seine Tochter der Deutschen Presse-Agentur sagte, ist Kulka am Montag (05.02.) im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in der Friedrichstadt gestorben. Sein Tod kam für die Familie überraschend: „Bis Freitag war er noch im Büro“. 

Zu seinen bekanntesten Bauwerken gehören der Sächsische Landtag, aber auch die Centrum-Galerie. Bis zuletzt arbeitete er an der Sanierung und Erweiterung des sächsischen Landtags, welche die kommenden Jahre starten soll.

Der Architekt, der auch als Hochschullehrer tätig war, wurde 1937 in der sächsischen Landeshauptstadt geboren. Nach einer Maurerlehre studierte er Architektur an der Hochschule Berlin-Weißensee. 1965 flüchtete er in den Westen. Fortan arbeitete er für verschiedene Projekte in Berlin und bundesweit. Im Jahr 1979 bezog er sein eigenes Büro in Köln. 

Seine Heimat blieb dabei unvergessen: Mit der Wende kehrte er nach Dresden zurück und richtete hier neben Köln seinen zweiten Wohnsitz ein. Für seine Werke wurde er mit Preise regelrecht überhäuft: So erhielt er zum Beispiel 1995 den Deutschen Architekturpreis (für den Sächsischen Landtag) oder 1998 den Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau. 2006 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Dresden verliehen.

Auch bundesweit fanden seine Kreationen große Anerkennung, wie das „Haus der Stille“ in Nordrhein-Westfalen. Kulkas Handschrift tragen unter anderem das Deutsche Hygiene-Museum und das Residenzschloss in Dresden, das Senckenberg-Naturmuseum in Frankfurt am Main und der Brandenburger Landtag in Potsdam. Bauten wie der neue sächsische Landtag und die Siemens-Verwaltung in Düsseldorf sorgten international für Aufsehen. 

Die Vollendung seines letzten Designs, den Neubau die Erweiterung des Sächsischen Landtages kann Kulka zwar nicht mehr miterleben, doch wird sein Werk noch viele Jahre hinweg am Elbufer erstrahlen.

Reaktionen auf den Tod des Architekten

Matthias Rößler, Präsident des Sächsischen Landtags: "Mit dem Neubau des Sächsischen Landtags hat Peter Kulka das wichtigste Baudenkmal der sächsischen Moderne nach der Friedlichen Revolution 1989 geschaffen. Peter Kulka hat Sachsens Demokratie mit seinem Bau ein Zuhause errichtet, das für immer mit ihm verbunden sein wird. [...] Wir trauern um Peter Kulka und drücken den Angehörigen unser Mitgefühl aus."

Oberbürgermeister Dirk Hilbert: "Professor Kulka war ein unerlässlich inspirierender Mensch, Architekt, Städtebauer und Visionär. Mit gestalterischer Präzision und kritischem Blick hatte er immer auch das Leben der Menschen in ihren unterschiedlichsten Lebenslagen vor Augen. Er war für mich ein wichtiger Berater für die Entwicklung des Areals Kraftwerk Mitte und die Lingnerstadt. Er hat uns engagiert unterstützt bei der Kulturhauptstadtbewerbung. Seine Stimme galt und er nutzte sie, um sich einzumischen, Gesicht zu zeigen – er wird sehr fehlen. Sein Tod ist ein großer Verlust für Dresden, aber vor allem für seine Angehörigen, denen mein tiefes Mitgefühl gilt. Mit seinen Bauten und Ideen bleibt er."

Baubürgermeister Stephan Kühn: "Professor Kulka hat mich und viele in meinem Geschäftsbereich mit seinem ansteckenden Engagement und seinen Ideen begeistert, überrascht und mit seiner Arbeit inspiriert. Es bleibt neben dem tiefen Gefühl von Trauer und Verlust sein Wirken auf das Stadtbild Dresdens. In einer dynamischen Zeit hat er mit seinen Entwürfen eine Richtung gewiesen."

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch: "Mit dem Tod von Prof. Kulka geht ein Impulsgeber für die städtebauliche Entwicklung der Landeshauptstadt Dresden verloren. Es ist auch sein Verdienst, mit seinen Entwürfen zwischen dem reichen baukulturellen Erbe Dresdens und der Nachkriegsmoderne eine architektonische Brücke zu schlagen."

Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke: "Peter Kulka hat mit zahlreichen Arbeiten in Deutschland Architekturgeschichte geschrieben. [...] Auch mit dem Neubau des Landtags Brandenburg nach seinen Entwürfen und unter seiner Leitung hat er gezeigt, dass sich ein modernes, funktionales Gebäude mit historischer Fassade würdig in ein altes Stadtbild einfügen lässt."