• Der Gewinnerentwurf für die Gestaltung des Blockhauses (Grafik: SIB/AdA)

Entwurf für neues Blockhaus steht fest

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Dresden bekommt ein neues Museum - das Archiv der Avantgarden (AdA) zieht in das historische Blockhaus  - neben der Augustusbrücke. Jetzt hat eine Jury den Preisträger des Architekturwettbewerbs für den Umbau gekürt. Ein Berliner Architektenbüro landete mit seinen Vorschlägen auf Platz 1. Ein massiver Betonkörper, schwebend im leergeräumten bestehenden Blockhaus, bildet das Kernstück des Archives. Der Freistaat will diesen Entwurf nun auch umsetzen. Zudem werden die Wettbewerbsergebnisse im Japanischen Palais ausgestellt. 1,5 Millionen Objekte und Kunstwerke aus der Sammlung von Egidio Marzona sind dem Freistaat geschenkt worden.

Die Wettbewerbsergebnisse sind vom 2. bis 18. Februar 2018 innerhalb der Öffnungszeiten (Dienstag – Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr) im Foyer des Japanischen Palais in Dresden ausgestellt.

Das ist das Archiv der Avantgarden

Der Freistaat Sachsen beabsichtigt, anlässlich der Schenkung des „Archivs der Avantgarden“ (AdA) an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden durch Egidio Marzona das historische Blockhaus in Dresden zum „Archiv der Avantgarden“ umzubauen und zu sanieren.

Das Archiv der Avantgarden (AdA) ist nach Angaben des Freistaates in Umfang und Struktur weltweit einmalig mit seiner Sammlung von rund 1, 5 Millionen Objekten und Dokumenten aus dem 20. Jahrhundert. Das Archiv umfasst medien- und gattungsübergreifend Kunstwerke und zugehöriges Kontextmaterial aus den künstlerischen und expositorischen Prozessen, aber auch aus Literatur, Film, Musik und Politik der Zeit.

Ziel ist es, in zentraler Lage der Innenstadt Dresden das anvertraute Archiv Egidio Marzonas in eine lebendige, eine interdisziplinäre, globale und zukunftsweisende Institution zu überführen, die das visionäre Gedankengut des 20. Jahrhunderts erlebbar macht und sich zugleich für neue wissenschaftliche Fragestellungen im 21. Jahrhundert öffnen wird, hieß es vom Freistaat. Das Archiv wird für das wissenschaftliche Publikum ebenso wie für Interessierte geöffnet, es soll ein transparentes und offenes „Denk-Labor“ entstehen.

Baugeschichte Blockhaus

Das Blockhaus wurde nach Plänen von Zacharias Longuelune (1669-1748) ab 1732 als Wachgebäude errichtet. 1749 -1755 wurde unter J. C. Knöffel oder J. G. M. von Fürstenhof das Gebäude mit einem Mezzaningeschoss und einem neuen Dach aufgestockt und in der Folge nicht nur als Wache, sondern auch zu Wohn- und Verwaltungszwecken genutzt. Infolge der Bombardierungen des 2. Weltkrieges im Februar 1945 wurde das Gebiet des Neustädter Marktes mit den umliegenden Gebäuden weitgehend zerstört. Das Blockhaus brannte vollständig aus und blieb 35 Jahre lang Ruine. In den Jahren 1978-82 wurde es für eine Veranstaltungsnutzung wiederaufgebaut und in seinen ursprünglichen Zustand vor 1892 zurückversetzt. Das Gebäude ging 1994 in das Eigentum des Freistaates Sachsen über, der es für Veranstaltungen der Landesregierung nutzte. Zudem hatte die Sächsische Akademie der Künste, die Außenstelle Dresden der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt darin ihren Sitz. Durch das Elbehochwasser im Sommer 2013 wurde das Gebäude stark geschädigt und deshalb stillgelegt.